Nordhausen Erste Erkenntnisse zu Tod von 2.000 Schweinen - Ermittlungen langwierig

Nach dem Tod zahlreicher Schweine in der Nordhäuser Mastanlage des Betreibers Van Asten wird weiter ermittelt, warum die Lüftung in mehreren Bereichen der Stallanlage ausgefallen ist. Der Ausfall des Systems wird für den Tod der Tiere verantwortlich gemacht. Laut Polizei müssen nun technische Daten aufwendig erfasst und analysiert werden. Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund nannte den Vorfall in der Mastanlage im Interview mit MDR THÜRINGEN eine "Sauerei".

Die Schweinmastanlage der Van Asten Group in Nordhausen.
In der Anlage am Südrand von Nordhausen werden mehr als 50.000 Schweine gehalten. Bildrechte: Silvio Dietzel

Der Tod von rund 2.000 Schweinen am Wochenende in einer Mastanlage in Nordhausen ist nach ersten Erkenntnissen durch den Ausfall des Lüftungssystems in sechs von 150 Abteilungen der Stallanlage verursacht worden. Das teilte die Betreiberfirma Van Asten mit. Gegen die Firma wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Sie hatte nach eigenen Angaben die zuständigen Behörden unmittelbar nach dem Vorfall informiert.

Ein Polizeisprecher sagte am Dienstag, es handele sich um eine "hochtechnisierte Anlage". Um die Ursachen für den Ausfall der Lüftung zu ermitteln, müssten nun Daten gesichert und Protokolle erstellt werden. Diese würden dann Fachleuten zur Beurteilung vorgelegt. Es könne noch einige Zeit dauern, bis Ergebnisse vorlägen.

Siegesmund nennt Vorfall "Sauerei"

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund forderte am Dienstag im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview eine umfassende Aufklärung des Falles. Sie sprach von einer "Sauerei". Dass Tiere qualvoll erstickten, dürfe nicht passieren.

Die Grünen-Politikerin sprach sich dafür aus, das in der Koalition von Linken, SPD und Grünen vereinbarte Amt des Tierschutzbeauftragten der Landesregierung endlich zu schaffen. Die Stelle sei im Koalitionsvertrag von 2019 vorgesehen, aber bisher nicht geschaffen worden. "Darüber werden wir jetzt nochmal ins Gespräch kommen müssen." Es müsse zunächst geklärt werden, welche Aufgaben und Zuständigkeiten ein Tierschutzbeauftragter des Landes haben solle.

MDR (dr)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 16. August 2022 | 15:30 Uhr

7 Kommentare

Harka2 vor 6 Wochen

Ein Tierschutzbeauftragter nützt gar nichts und ist nur ein Alibi. Man tut mit solchem Unsinn nur so, als ob man etwas ändern wolle, tut es aber nicht. Thüringer Schweinezüchter stehen nicht im besten Ruf. Ich erinnere da nur an die Skandale und Gerichtsverfahren um ihren Bauernverbandspräsident Gumpert.

Hier müssen deutlich mehr Kontrollen her und klare technische Vorkehrungen bis hin zu redundanter Technik und Notstromversorgung! Die paar Hansel, die derzeit Kontrollen durchführen, reagieren zumeist nur auf Beschwerden und reichen nicht aus, um all die "schwarzen Schafe" zu finden und ihnen das Handwerk zu legen.

Elsburg vor 6 Wochen

Fortsetzung:

Elektr.Stromversorgungen einzelner Ventilstoren-sets muß/sollte bestmöglich redundant sein, sodaß Kurzschluß-überlastungen nur bis zur ersten 'flink'-Sicherung sich auswirken, eben nicht noch tatsächl. zu vorhangehenden Stromverteilerbereichen durchschlagen (können)!

Sinnvoll bis nötig im Notfall: Jeder Ventilator [mit Kurzschluß!] soll voll elektr. abtrennend [mind.händisch] schaltbar sein, sodaß dieser Schaltkreis ggf sogar noch reduziert ventilieren kann!

Bei Strom(netz)ausfall müssen sofortige Nah~ +Fern~Alarmierungen starten +auch außerh.des Stalls sehr laut akustisch [Bosch-Horn u.ä.] vernehmbar sein;
dafür Stromnetzunabhängige Batterieversorgungen, die im Netz kontinuierlich automatisch in vollem Ladezustand gehalten wurden.

Ersatzweise +kfr müssen Stromversorgung(en) auf separate Quellen zu Notbetrieb (automstisch?) redundant umschalbar sein, zB ähnl.wie in Kliiniken auf Generatoren od gr.Stromspeicher!

mE FunktionsTest zu Not~Ausfall-Alarmsystem tägl.nötig!

hilflos vor 6 Wochen

Die Ermittlungen werden zu nichts führen. Schon die Aussage, dass gg Firma ermittelt wird sagt mir alles. Verantwortlich ist der Geschäftsführer und niemand anderes. So müssen zügig alle strafprozessualen Maßnahmen ergriffen werden. Aber sich gibt es auch eine connection

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