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Schlange stehen vor dem DRK-Testzentrum am Kornmarkt in Nordhausen Bildrechte: MDR/Armin Kung

Einzelhandel

Modellversuch im Kreis Nordhausen gestartet - Ansturm auf die Testzentren

von Armin Kung und Franziska Gutt von MDR THÜRINGEN

Stand: 06. April 2021, 20:35 Uhr

In Nordhausen hat am Dienstag ein fünftägiger Modellversuch zum Einkaufen unter Pandemie-Bedingungen begonnen. Einkaufen können alle, die einen negativen Corona-Test vorweisen. Viele Nordhäuser suchten die städtischen Testzentren auf, um nach langem Warten in die Läden zu gehen.

Nordhausen macht auf. Zumindest für fünf Tage. Bis Sonnabend dürfen die Nordthüringer in den Städten und im Kreis einkaufen, ins Museum gehen oder Gedenkstätten besuchen. Die Öffnungen werden von einer intensiven Testphase begleitet. Den kurzen Ausflug in die Freiheit können nur diejenigen genießen, die beim Shoppen einen negativen Corona-Test vorweisen.

Teststellen im ganzen Landkreis

Dazu haben in Nordhausen und im gesamten Landkreis mehr als zehn Teststellen aufgemacht, in denen kostenlose Coronatests möglich sind. Auch die Luca-Handy-App ist nun für die Region freigeschaltet. Das kostenfreie Programm fürs Smartphone ist ein wichtiges Werkzeug in der Nordthüringer Modellregion.

Wie Landrat Matthias Jendricke (SPD) MDR THÜRINGEN sagte, soll während der Versuchswoche untersucht werden, ob die Handhabung mit Hilfsmitteln wie der App funktioniert. Mit der Luca-App sollen Kontakte elektronisch verfolgt werden. Gleichzeitig ist die Kontaktverfolgung über Listen weiterhin erlaubt.

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Video: Nordhausen öffnet Läden und Museen

Nordhäuser Innenstadt seit langem wieder belebt

Am Dienstagvormittag suchten viele Nordhäuser die Teststellen der Stadt auf. Bei Schnee und Kälte standen sie dort lange Zeit an und bildeten lange Schlangen. Die Menschen mussten also viel Geduld mitbringen, um an ihre Ergebnisse zu kommen. Wenn der Test negativ ausfällt, erhalten sie mit einem Zettel für 24 Stunden die Erlaubnis, in die Geschäfte zu gehen. Tatsächlich gab es nicht nur lange Warteschlangen, sondern es war auch die Innenstadt seit langem wieder belebt.

Wie Jendricke bei einem Pressetermin am Vormittag verriet, war mit dem Ansturm auf die Testzentren am ersten Tag zu rechnen. In Weimar sei es in der Vorwoche ähnlich gewesen, sagte der Kommunalpolitiker. Der Nordhäuser Landrat verwies auf weitere Testzentren im Kreis. "Freitesten" für einen unbeschwerten Shoppingtag ginge auch auf dem Land, nicht nur in Nordhausen.

Großer Andrang auch im Testzentrum im Bahnhofsgebäude der Harzer Schmalspurbahnen Bildrechte: MDR/Armin Kung

Niedrige Fallzahlen im Kreis Nordhausen

Der Landkreis Nordhausen hat seit Wochen vergleichsweise niedrige Fallzahlen. Durch intensives Testen versucht die Region seit Ende Februar das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten. In anderen Kreisen und generell auf Bundesebene steigen allerdings die Zahlen. Die Rufe nach härteren Beschränkungen werden lauter. Daher machte Matthias Jendricke am Dienstag wenig Hoffnung, dass es nach dem Modellversuch mit Lockerungen weitergeht.

Ursprünglich habe er gehofft, dass die Geschäfte nach der Modellwoche mit Click & Meet weitermachen können. Das würde bedeuten: Shoppen mit Termin. Doch Jendricke sagte: "Die Anschlusslösung hätte sich ergeben, doch das ist jetzt nicht mehr." Er ergänzte, dass ein Antrag auf Verlängerung des Projekts neugestellt werden müsste. "In der Hinsicht bin ich nicht sehr hoffnungsfroh", meinte er abschließend.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh/dr

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. April 2021 | 19:00 Uhr

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