Spendenaktion Nordhausen richtet Wohnungen für Flüchtlinge aus der Ukraine ein

Mit einer Spendenaktion sind in Nordhausen 20 Wohnung für Flüchtlinge aus der Ukraine bezugsfertig eingerichtet worden. Damit sollen die Familien direkt ins Leben starten können.

Zwei Männer laden Transporter aus.
Aus einem Transporter werden gespendete Möbelstücke ausgeladen. Bildrechte: SWG Nordhausen

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG) hat eine Spenden-Aktion ins Leben gerufen: "Nordhäuser für Ukrainer". Dabei wurden innerhalb von drei Wochen genug Möbel gesammelt, um 20 Wohnungen einzurichten. Die Wohnungen sind teilweise schon bezugsfertig und können in den nächsten Wochen an die ersten Familien übergeben werden.

Nach Angaben von Inge Klaan, der Geschäftsführerin der SWG Nordhausen, sind bisher etwa 400 Spendenangebote eingegangen: einzelne Möbelstücke, elektronische Geräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen, aber auch komplette Haushaltsauflösungen. "So eine Erstausstattung ist für Menschen interessant, die nur mit Koffer anreisen, weil sie damit sofort lebensfähig werden", sagt Klaan.

Hohe Spendenbereitschaft

Zu der Idee sei es durch die hohe Nachfrage der Nordhäuser gekommen, die gerne Möbel spenden wollten. Viele hätten sich erkundigt, weil sie ukrainische Familien privat aufgenommen hatten. Andererseits habe das Team um Inge Klaan helfen wollen und so sei die größte Spenden-Aktion entstanden, die das Unternehmen bisher auf die Beine gestellt habe: "Unsere humanitäre Auffassung zu dieser Aktion war: Wir wollen es so schnell wie möglich ermöglichen, dass die Familien zur Ruhe kommen können, Kinder zur Schule gehen können und auch Wohnverhältnisse vorfinden, mit denen sie gut starten können." Die Gemeinschaftsunterkünfte sind letztlich nur eine Zwischenlösung. Gerade für Kinder sei es schwierig, dort überhaupt für die Schule zu lernen, meint Klaan.

So eine Erstausstattung ist für Menschen interessant, die nur mit Koffer anreisen, weil sie damit sofort lebensfähig werden

Inge Klaan Geschäftsführerin der SWG Nordhausen

Neu eingerichtete Wohnung.
Die Wohnungen sind in gutem Zustand und können direkt bezogen werden. Bildrechte: SWG Nordhausen

Normalerweise vermietet die Wohnungsbaugesellschaft nur unmöblierte Wohnungen. Das ist auch jetzt bei den Wohnungen der Fall. Die Einrichtung geht direkt als Spende an die Familie. Klaan berichtet, dass die SWG zwar die Koordinierung und den Transport übernommen habe, aber auch jede Menge Hilfe und Unterstützung nötig gewesen sei. Die Stadtwerke hätten beispielsweise kräftig mitgeholfen und Helfer zum Tragen der Möbel gestellt. Mit Lkw und Transportern des Autohauses Peter seien Touren gefahren und Möbel in die Wohnungen gebracht worden.

Spendenaktion nutzt Leerstand

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft verwaltet etwa 5.000 Wohnungen in Nordhausen und den eingemeindeten Orten. 20 Wohnungen sind da nur ein kleines Kontingent. Sie liegen verteilt im Stadtgebiet und konzentrieren sich nicht nur auf einem Fleck. Nach Angaben der SWG konnten Objekte genutzt werden, die leer standen. Laut Klaan stehen immer etwa fünf Prozent der Wohnungen leer, beispielsweise durch Umzüge. Für die Aktion seien Wohnungen in gutem Zustand genutzt worden. Für bauliche Maßnahmen hätte die Zeit gar nicht gereicht, so Klaan. 70 weitere Wohnungen sollen dem Landkreis demnächst zur Verfügung gestellt werden. Hier müsse aber noch renoviert werden.

Ein Mann trägt eine Leiter im Treppenhaus.
Die Spendenaktion wurde von vielen Helfern unterstützt. Bildrechte: SWG Nordhausen

Die Möbel-Spende ist allerdings jetzt zu Ende. Die vergangenen Wochen seien sehr anstrengend für alle Mitarbeiter gewesen, da die Verteilung der Möbel jede Menge Organisation gebraucht habe. Das sei auf die Dauer nicht machbar. Klaan bedankte sich nochmal bei allen Spendern und auch denen, die dazu bereit gewesen wären, deren Möbel aber nicht mehr abgeholt werden konnten.

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MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. April 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Burgfalke vor 3 Wochen

Die Menschen aus der Ukraine brauchen unsere Hilfe und die erhalten sie auch!

Dennoch sollte es möglich sein zu fragen, woher jetzt die Wohnungen und natürlich auch die notwendige finazielle Unterstützungen kommen?

Im Thüringer Landeshaushalt reicht das Geld nicht, da gibt es Ärger, daß die CDU durchsetzte, daß um über 100 Mio. € Kürzungen beschlossen werden mußten.

Wäre es da nicht auch möglich gewesen Geld zu "drucken" bzw. dieses Finanzloch zu stopfen?

Wer kann diese doch etwas merkwürdige Situation in Thüringen (nur hier?) klären? Geld scheint doch sehr viel vorhanden zu sein.

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