Eindringling Südeuropäische Auwaldzecke jetzt auch im Hainich nachgewiesen

In Thüringen hat sich die Auwaldzecke weiter ausgebreitet. Nach Jena ist die eigentlich in Südosteuropa beheimatete Winterzecke nun auch im Hainich nachgewiesen worden, wie die Landesforstanstalt und die Verwaltung des Hainichparks mitteilten. Gefährlich ist sie bisher vor allem für Hunde.

Eine Auwaldzecke klettert über ein grünes Blatt
Die Auwaldzecke ist auch im Winter aktiv. Bildrechte: imago images/Blickwinkel

Die eigentlich in Südosteuropa beheimatete Auwaldzecke hat sich in Thüringen weiter ausgebreitet. Nach Angaben der Landesforstanstalt ist die auch im Winter aktive Zeckenart nun auch im Hainich nachgewiesen worden. Zuvor gab es schon Vorkommen in Jena.

Auwaldzecke auch im Winter aktiv

Die Auwaldzecke ist im Gegensatz zum heimischen Holzbock faktisch das ganze Jahr über aktiv. Wegen der milden Winter fühlt sie sich auch in Mitteleuropa wohl. Erstmals im Hainich nachgewiesen wurde die Auwaldzecke bei einem Projekt, das Häufigkeit und Vorkommen von Zeckenarten untersucht. Die Methode, mit der Zecken gesammelt werden, wird als "flagging" bezeichnet. Dabei wird ein großes weißes Tuch über eine bestimmte Fläche gezogen. Alle Zecken, die sich nach einer bestimmten Zeit auf diesem Tuch befinden, können gut gesehen und gezählt werden.

Erstmals 2021 im Hainich nachgewiesen

Im Rahmen dieser Studie wurde im Jahr 2021 neben dem bekannten typischen Holzbock erstmals die Auwaldzecke gefunden. Laut Projekt-Manager Robert Künast sind die Ergebnisse ein gutes Beispiel für die Komplexität biologischer Vielfalt. Deren Schutz schließe nicht nur sympathische Tiere wie Bienen und Wildkatzen ein, sondern auch eher unsympathische Arten wie Obstmaden, Stechmücken oder eben auch verschiedene Zeckenarten.

Auwaldzecke auf menschlicher Haut
Menschen scheint die Auwaldzecke nur selten zu beißen. Für Hunde kann sie jedoch gefährlich werden. Bildrechte: IMAGO images/Frank Sorge

Auwaldzecke besonders für Hunde gefährlich

Die Auwaldzecke überträgt wie die anderen Zeckenarten insbesondere die virologische FSME und die bakterielle Borreliose. Allerdings scheint sie für den Menschen eher nicht gefährlich zu sein. Bisse werden nur sehr selten gemeldet. Vor allem Hunde werden als Wirte genutzt. Ähnlich wie der Holzbock beim Menschen kann die Auwaldzecke Krankheiten auf Hunde übertragen, allen voran die Hunde-Malaria. Bei einer Infektion zerstören die Erreger die roten Blutkörperchen des Hundes. Unbehandelt führt die Krankheit schnell zum Tod des Tieres.

Hund beim Tierarzt
Die Hunde-Malaria führt schnell zum Tod des Tieres, wenn sie nicht behandelt wird. Bildrechte: Colourbox.de

Hunde-Malaria verhindern

Um Hunde-Malaria zu verhindern, sollten die Haustiere nach einem Spaziergang im Wald auf Zecken abgesucht werden. Zecken - egal welcher Art - mögen die moderate Wärme, kombiniert mit Feuchtigkeit. Daher sind die Blutsauger im Frühling und Herbst besonders aktiv. Die akute Zeckenzeit beginnt in diesen Tagen. Insgesamt sind in Deutschland 18 Zeckenarten verbreitet.

MDR (nis)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. April 2022 | 10:00 Uhr

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