Weiches statt hartes Wasser Baustart für Fernwasserleitung nach Bad Langensalza

Bei Bad Langensalza wird seit Mittwoch eine neue Fernwasserleitung gebaut. Bis 2022 sollen 11.000 Haushalte mit weichem Wasser aus der Ohra-Talsperre versorgt werden. Dazu muss von einer bereits vorhandenen Trasse bei Tröchtelborn zum Ascharaer Kreuz eine 16 Kilometer lange Leitung gelegt werden. Damit es schneller geht, wird parallel an zwei Abschnitten gebaut.

Baustart für die neue Wasserleitung in Bad Langensalza
Bei Bad Langensalza wird eine neue Fernwasserleitung verlegt. Das Trinkwasser in rund 40 Orten soll dadurch deutlich kalk-ärmer werden. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Endlich weiches Wasser für 40 Orte rund um Bad Langensalza. Das bedeutet: weniger Kalk-Ablagerungen in Hauswasserleitungen, Kaffee- und Waschmaschinen. Das Trinkwasser aus der Region hat derzeit 38 Härtegrade; beim Ohra-Fernwasser sind es nur vier.

Neue Fernwassertrasse wird gebaut

Damit der Zeitplan eingehalten werden kann, wird gleichzeitig an zwei Abschnitten gebuddelt. Nach Angaben des Verbandswerks Bad Langensalza werden dabei zwölf Millionen Euro investiert. Fünf Bauwerke werden neu errichtet; an zwölf Stellen sind Straßen und Gewässer betroffen. Außerdem muss die neue Trasse die Bahnstrecke zwischen Gotha und Leinefelde queren. Hinzu kommen weitere Querungen von Straßen und Gewässern. Insgesamt werden über 150.000 Kubikmeter Erde bewegt und zwischengelagert.

Seit acht Jahren arbeitet die Thüringer Fernwasserversorgung an dem Ziel, das Versorgungsgebiet des Verbandswasserwerks Bad Langensalza mit weichem Wasser zu versorgen. Von Tröchtelborn im Kreis Gotha bis zum Ascharaer Kreuz wird die neue Trasse verlegt. "Wir haben einen anspruchsvollen Zeitplan", sagt Projektingenieur Jörg Baumgärtel von der Thüringer Fernwasserversorgung.

Leitung soll 2022 in Betrieb genommen werden

Um den Terminplan bis Anfang 2022 zur Inbetriebnahme der Leitung einzuhalten, werden die Rohre von acht Bautrupps verlegt. Der Bauabschnitt der neun Kilometer langen Strecke von der bestehenden Ohrafernleitung bei Tröchtelborn bis auf Höhe Pfullendorf wird von einer Bietergemeinschaft aus Leipzig zusammen mit einer Firma für Umwelttechnik und Wasserbau aus Kahla gebaut.

Am Mittwoch sind hier die ersten Kubikmeter Erde geschoben worden. Die Arbeiten am zweiten Trassenabschnitt zwischen Pfullendorf und dem Ascharaer Kreuz sollen am Freitag beginnen; bei dem Teil arbeitet eine Bietergemeinschaft aus Nürnberg mit einer Rohrbau-Firma aus Kronach zusammen.

Baustart für die neue Wasserleitung in Bad Langensalza
Seit Mittwoch rollen auf der Baustelle die Bagger. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Archäologische Untersuchungen vor Baustart

Begleitet werden die Baumaßnahmen von einem Team für Bodenschutz und ökologische Bauüberwachung. In den vergangenen Monaten gab es vorab an elf Stellen archäologische Untersuchungen durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Rodungsarbeiten für die neue Trasse sind beendet. Mehr als 340 Grundstücke mussten gesichert werden.

Weiches Wasser für die Einwohner

Bereits seit Ende August 2019 gibt es in Herbsleben im Unstrut-Hainich-Kreis das lang ersehnte weiche Wasser. Hier ist der Härtegrad vom landesweiten Spitzenwert 42 ebenfalls deutlich gesunken.

Von der im August 2019 eingeweihten, acht Kilometer langen Trasse profitieren zunächst die Einwohner von Herbsleben und Großvargula.

Die Bewohner von Herbsleben und Großvargula haben Dank neuer Trinkwasserleitung weiches Wasser aus der Ohratalsperre.
Bereits Ende August 2019 ist eine neue, acht Kilometer lange Trinkwasserleitung fertiggestelt und mit einem Wasserfest in Herbsleben gefeiert worden. Seitdem haben die Bewohner von Herbsleben und Großvargula bereits weiches Wasser aus der Ohratalsperre. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. April 2021 | 12:00 Uhr

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