"Jobmarathon" Schoko-Fabrik, Sägewerk, Brauhaus: Influencerin Franzi schnuppert in 30 Berufe rein

Die Bloggerin Franziska Strupf ist als Job-Botschafterin unterwegs. Sie durchläuft einen "Jobmarathon" und schnuppert in 30 Berufe rein. Die Kampagne startete im August im Kyffhäuserkreis. Diese Woche hospitiert die junge Frau in einem Mühlhäuser Hotel, um für neue Arbeitskräfte zu werden.

Eine Frau zapft Bier an einem Tresen, ein Mann leitet sie an.
Bier zapfen ist Übungssache. Der Betriebsleiter Markus Kleint zeigt Franziska Strupf, wie es geht. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Bier ist eigentlich nicht ihr liebstes Getränk - ihr Freund und ihr Vater würden es aber umso lieber trinken, erzählt Franziska Strupf. Trotzdem einmal am Glasrand nippen und kosten, das wird die 23-Jährige bestimmt dann tun, wenn sie in dieser Woche ihr erstes selbstgebrautes Bier in den Händen hält. Denn das Hotel und Restaurant Brauhaus Zum Löwen in Mühlhausen bietet sein eigenes Hausbier an.

Und Franziska Strupf - im Rahmen des Jobmarathons von allen nur "Franzi" genannt - wird diese Woche unter anderem am Braukessel stehen und im Maischesud rühren. Ansonsten hilft sie an der Rezeption und in der Küche mit.

Eine junge Frau rührt in einem Braukessel
Jobbloggerin Franziska Strupf probiert sich in dieser Woche im Bierbrauen aus. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Praktikum in 30 verschiedenen Berufen

Franziska Strupf aus Gotha macht seit August ein Praktikum der ganz besonderen Art. Die junge Frau, die einen Instagram-Account mit fast 20.000 Followern unterhält, probiert im Zeitraum von einem halben Jahr über 30 Berufe in rund 30 Firmen aus. Hierfür tourt sie durch Nordthüringen. Über ihre Erfahrungen berichtet sie online, das heißt, auf ihren, aber auch auf den Kanälen des kreisübergreifenden Regionalmanagements, das sich den Jobmarathon ausgedacht hat.

Eine junge Frau schnuppert an einem Sack Malz.
Malz riecht gut, stellt Franziska Strupf auf dem Dachboden des Brauhauses fest. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Die Initiative wirbt mit Franziska Strupf als relativ bekannte Influencerin aus Thüringen, in den sozialen Medien und auf einem Internet-Blog um Berufsanfänger und Jobrückkehrer. Sie werden nämlich dringend als Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen benötigt. Egal ob Handwerk, in Technologieunternehmen oder in der Landwirtschaft: überall fehlt es an Beschäftigten, weil immer weniger Menschen in den Regionen leben.

"Außerdem werden auch dort dringend Hände gebraucht, wo es nicht unbedingt auf einen hohen Bildungsabschluss ankommt. Mancherorts reichen geringe Qualifikationen für einfache Tätigkeiten aus", sagt Rebecca Vangangelt, Regionalmanagerin im Unstrut-Hainich-Kreis.

Pralinen rollen, Bretter sägen, Ziegen melken

Demzufolge ist Franziska Strupf als Botschafterin unterwegs. Sie wirbt in der Kampagne für die Jobs und die Firmen, die es zwischen Bad Frankenhausen, Mühlhausen und Nordhausen gibt. Auch wenn es ein großer Teil ihres Jobs ist, in die Handykamera zu lächeln, ein Foto am Braukessel und ein Video beim Bierzapfen zu machen - die junge Frau schnuppert für zwei bis drei Arbeitstage tatsächlich in die Berufe rein. "Welche Arbeitsprozesse in den Firmen tagtäglich ablaufen, das bekommt man ja als Außenstehender ansonsten nie zu sehen", sagt Franziska Strupf begeistert.

Eine junge Frau schiebt eine Sackkarre auf einem Dachboden
Auf dem Dachboden des Mühlhäuser Brauhauses wird der Malz gelagert. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

So hat die gelernte Bautechnikerin bereits Pralinen in der Schokofabrik hergestellt, Bretter im Holzwerk gesägt, Frühstück für Hotelgäste zubereitet und Ziegen auf dem Bauernhof gemolken.

"Ich kann gar nicht sagen, was bisher am spannendsten oder interessantesten gewesen ist. Ich habe schon so viel erlebt und kann gar nicht sagen, was davon am besten gewesen sein könnte", resümiert die junge Frau. Ziegen zu melken sei aber eine der lustigeren Erlebnisse der vergangenen Wochen gewesen.

Jede Woche eine neue Job-Station

Zehn Stationen in zehn Wochen hat sie also schon besucht - bis März nächsten Jahres folgen viele weitere Jobs, in denen Franziska Strupf sich ausprobieren wird. Mitarbeiten und multimedial berichten, stellen jedoch einen Spagat für sie dar. "Ich mache sozusagen zwei Jobs. Einmal den Job der Bloggerin und den anderen in dem Unternehmen, das ich in der Woche dann besuche. Das ist gar nicht so einfach, aber ich habe mich langsam eingespielt", sagt sie.

Eine junge Frau steht vor einem Braukessel
Anschließen, abfüllen, sauber machen - auch das gehört zum Beruf des Braumeisters dazu. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Alle Tätigkeiten machen ihr Spaß, das sei für sie die Hauptsache. Im Unstrut-Hainich-Kreis geht es für die Bloggerin noch in eine Konservenfabrik, in ein Klinikum, in eine Apotheke und in einen Orthopädiebetrieb. Insgesamt nehmen elf Firmen im Kreis an der Kampagne teil. Im Kreis Nordhausen warten dann weitere Stationen auf die Job-Nomadin auf Zeit.

Quelle: MDR THÜRINGEN

1 Kommentar

Graf von Henneberg vor 4 Wochen

Wieso fährt die Dame in der Weltgschichte rum wenn diese an Grippe (Influenza) erkrankt ist?

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