"Horsmar TV" im Lockdown Wegen Corona: Dorfkanal geht das Programm aus

Neues vom Sportverein, Kindergarten oder der Feuerwehr. Im Lockdown haben auch Dorfkanäle kaum Termine, über die sie berichten können. Andrea Schulz vom Antennenverein in Horsmar hofft deshalb auf Lockerungen und Veranstaltungen.

Eine Frau steht in einem Raum mit vielen Kabeln und technischen Geräten.
Andrea Schulz kümmert sich seit fast 20 Jahren um den Dorfkanal von Horsmar im Unstrut-Hainich-Kreis . Sie fotografiert, sammelt und erfasst Texte. Im Technikraum des Antennenvereins bestückt sie das Programm. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

In Horsmar im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es im Moment nur wenige Neuigkeiten im Dorfkanal. Chefredakteurin Andrea Schulz fehlen die Veranstaltungen, die sie erst ankündigen und dann deren Vollzug vermelden kann.

Dorfkanal besteht seit fast 30 Jahren

Den Ortskanal, der auch "Horsmar TV" oder Dorfkanal genannt wird, gibt es seit fast 30 Jahren. Er ist ständiger Begleiter für Vereine, Bürger und Veranstaltungen. Feste, Geburtstage oder Versammlungen werden hier angekündigt, manchmal auch Besitzer von Fundsachen gesucht. Die Texttafeln und Bilder sind rund um die Uhr in einer Endlosschleife zu sehen.

Seit fast 20 Jahren kümmert sich Andrea Schulz um Neuigkeiten. Die Rentnerin opfert viel Zeit in ihr Hobby - mindestens zehn bis zwölf Stunden pro Woche. Früher hat sie das Programm fast jede Nacht vervollständigt und aktualisiert. Sie fotografiert, sammelt Texte und stellt sie in den Sender. Der Kanal gehört dem Antennenverein, der die 540 Bewohner mit 300 Fernsehprogrammen und dem Ortskanal versorgt. In einer Endlosschleife gibt es normalerweise rund 30 Minuten Informationen am Stück.

Chefredakteurin muss nach alternativem Programm suchen

Seit dem ersten Lockdown ist es für den Kanal noch schwieriger geworden. Weil keine Veranstaltungen stattfinden, gibt es kaum noch etwas zu berichten. Rund 30 Veranstaltungen sind inzwischen gestrichen, das Vereinsleben am Boden.

Weil sie nicht ständig Termine nach kurzer Zeit wieder absagen will, veröffentlicht Andrea Schulz vor allem Bilder vom Ort und der Umgebung, Luftaufnahmen und Rezepte. Sogar Projektarbeiten von Schülern haben einen Platz im Programm gefunden. Derzeit stehen vor allem Blutspendetermine, Geburtstage und neuerdings wieder Gottesdienstzeiten im Kanal. Andrea Schulz hofft, dass bald wieder Veranstaltungen stattfinden, die sie ankündigen und über die sie dann auch berichten kann.

Eine Frau fotografiert ein Insektenhotel.
Andrea Schulz beim Fotografieren für den Dorfkanal. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die Antennenanlage wurde 1986 gebaut, um Horsmar den Empfang des zweiten Programms des DDR-Fernsehens zu ermöglichen. 2.000 Meter Kabel wurden damals in die Erde verlegt, der Rest oberirdisch von Haus zu Haus und durch die Gärten geleitet. Zwei Jahre später wurde die gesamte Anlage in Betrieb genommen. 1991 gründete sich der Antennenverein, der seitdem auch den Ortskanal betreibt.

Ein Mann steht vor einem Antennenmast.
Mit dieser Antenne hat 1986 alles begonnen; 1991 kam der Dorfkanal dazu. Stephan Wegerich ist Gründungsmitglied des Antennenvereins, der in diesem Jahr 30 Jahre alt wird. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 03. März 2021 | 19:30 Uhr

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