Erlebnistourismus Lengenfelder Kanonenbahnverein plant ganzjährig Draisinenfahrten

Mit neuen Angeboten will der Kanonenbahnverein in Lengenfeld unterm Stein im Unstrut-Hainich-Kreis mit seinem "Erlebnis Draisine" in die Saison starten. Sobald es das Wetter zulässt, werden die fast 40 Fahrraddraisinen und die Elektrodraisine aus der Garage geholt.

Draisine mit zwei Männern auf Kanonenbahn-Strecke in Lengenfeld unterm Stein
Der Kanonenbahnverein in Lengenfeld unterm Stein holt die Draininen aus dem Schuppen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Neuer Belag fürs Viadukt der Kanonenbahn

Neue Holzbohlen für das Viadukt und Reparaturen am rostigen Metallgeländer: Der Kanonenbahnverein Lengenfeld unterm Stein fiebert der neue Saison entgegen. Die soll beginnen, wenn es das Wetter zulässt, und an alte Zeiten anknüpfen.

Wegen Corona und der gesperrten Hauptattraktion, dem Viadukt, sind im Vorjahr nur 12.000 Fahrgäste gezählt worden. In den Jahren vor Corona buchten etwa doppelt so viele Menschen eine Draisinen- oder Kanonenbahn-Fahrt auf einer der Strecken zwischen Lengenfeld unterm Stein, Geismar, Küllstedt und Dingelstädt.

Kanonenbahn-Strecke mit Viadukt in Lengenfeld unterm Stein
Nur für Schwindelfreie: Der Lengenfelder Viadukt gilt als Hauptattraktion des Streckennetzes. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Drei Strecken im Angebot

Im Angebot sind drei Strecken: eine bergauf von Dingelstädt nach Küllstedt und weiter bis Lengenfeld und zurück sowie eine nach Geismar und zurück. Die Hauptattraktion Viadukt ist mittlerweile 130 Jahre alt, fast 30 Meter hoch und 125 Meter breit. Kurz nach dem Start im Bahnhof Lengenfeld unterm Stein überqueren die Fahrgäste diesen Viadukt, genießen den Blick über den Ort und kommen am Schloss Lengenfeld vorbei. Dann geht es - je nach Strecke - durch bis zu fünf Tunnel. Der längste davon misst mehr als 1.500 Meter, überall geht automatisch das Licht an, damit niemand im Dunkeln weiterfahren muss.

Wir können wieder Gas geben. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.

Karl-Josef Hardegen, Vorstandsmitglied Kanonenbahnverein und Ortschaftsbürgermeister von Lengenfeld unterm Stein

Neuer Geschäftsführer und neuer Vereinschef

Nach Querelen unter anderem in Vorstand und Geschäftsstelle hat sich der Verein neu aufgestellt. Der Südeichsfelder Bürgermeister Andreas Henning hat den Vereinsvorsitz übernommen. Mit Tobias Kaufhold ist ab Anfang Februar ein neuer Geschäftsführer tätig. Der will den Saisonbetrieb ausbauen und wenn möglich die Draisinen je nach Wetterlage länger als sieben Monate fahren lassen. Die Elektrodraisine könnte nach seinen Worten ganzjährig fahren - und mit Musik, Gänse-Essen oder Lesungen über die Schienen gleiten.

Der Kanonenbahnverein ist die DNA eines Lengenfelders, das ist Heimat.

Tobias Kaufhold, neuer Geschäftsführer vom Kanonenbahnverein

Viele Baustellen bei der Vermarktung

Der neue Geschäftsführer Tobias Kaufhold sieht aber auch noch einige Baustellen: die Digitalisierung des Unternehmens sowie die Erlebnisgastronomie an Bord und im Bahnhofsgebäude. Dass es einen Radweg neben der Schiene gibt, aber keine Fahrräder zum Ausleihen, sei ebenfalls schade.

Draisine mit zwei Männern auf Kanonenbahn-Strecke in Lengenfeld unterm Stein
Vorstandsmitglied Karl-Josef Hardegen (links) und Kanonenbahnverein-Geschäftsführer Tobias Kaufhold führen eine der Fahrrad-Draisinen vor. Im Frühling soll es wieder losgehen mit dem Betrieb. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

"Wer nicht strampeln will, sondern auch nur die Landschaft genießen möchte, kann mit der Elektrodraisine fahren", so Kaufhold. Es gehe um Angebote für junge und ältere Gäste. Ein Frühstück auf dem Viadukt bei Sonnenaufgang sei ebenso vorstellbar. Damit künftig auch Draisinengäste in Dingelstädt ihr Auto stehen lassen können, sollen E-Bikes angeschafft werden. Damit könnte die Bergauf-Strecke nach Dingelstädt problemlos bewältigt werden.

Verkauf des Bahnhofs in Dingelstädt geplant

Der Verein möchte den Bahnhof Dingelstädt wieder verkaufen. "Wir würden uns freuen, wenn es am Startpunkt in Richtung Lengenfeld auch Gastronomie gäbe", sagt Tobias Kaufhold. Gegründet wurde der Verein mit aktuell 110 Mitgliedern einst zum Erhalt der Denkmale entlang der Draisinenstrecke.

MDR (uka)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 31. Januar 2022 | 16:15 Uhr

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