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Im Februar 2015 wurde das Verfahren gegen damals acht Angeklagte begonnen. Bildrechte: dpa

Justiz

Richter krank: Prozess um Betrug bei Eliog AG nach sechs Jahren geplatzt

Stand: 22. Februar 2021, 14:02 Uhr

Mit sechs Jahren Dauer und 130 Prozesstagen ist der Prozess gegen mehrere Manager der Thüringer Eliog AG das aktuell längste Thüringer Strafverfahren. Nun ist der Prozess geplatzt - wegen nicht eingehaltener Fristen.

Nach sechs Jahren Dauer ist einer der aufwendigsten Thüringer Betrugsprozesse geplatzt. Wie das Landgericht Mühlhausen mitteilte, können wegen der Erkrankung von zwei Richtern im sogenannten Eliog-Prozess die Fristen nicht eingehalten werden. Ob und wann das Verfahren gegen die zwei ehemaligen Eliog-Manager neu begonnen wird, steht nicht fest. Ein Parallel-Prozess gegen drei weitere Angeklagte ist noch nicht in Gefahr. Hier war zuletzt im Januar verhandelt worden.

Den fünf Angeklagten wird vorgeworfen, zwischen 2006 und 2009 Banken, Leasing-Firmen und Zulieferer mit Schein-Rechnungen betrogen und Fördermittel erschlichen zu haben. Durch 29 Betrugstaten soll mehreren Banken ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden sein; davon sollen drei Millionen Euro später zurückgezahlt worden sein.

Eliog hatte Standorte in Ost- und Südthüringen

Die Eliog AG mit Hauptsitz in Erfurt war eine Firmengruppe mit Standorten in Ost- und Südthüringen mit zeitweise bis zu 1.000 Beschäftigten vom Autozulieferer bis zu einem Hersteller von Industrieöfen. 2010 ging das Industriekonglomerat in Insolvenz. Die beiden 55 und 61 Jahre alten Angeklagten, deren Prozess gescheitert ist, müssen sich für drei beziehungsweise vier Betrugstaten verantworten.

Ursprünglich gab es zwölf Angeschuldigte. Aus prozessökonomischen Gründen wurde das Verfahren im Februar 2015 gegen damals acht Angeklagte begonnen. Gegen drei wurde das Verfahren gegen Auflagen eingestellt. Für das Großverfahren wurde extra ein Kultursaal in Mühlhausen angemietet; wegen der Corona-Pandemie und wegen eines barrierefreien Zugangs wurde das Verfahren geteilt und wieder ins Landgericht verlegt. Seit vergangenem September wird parallel gegen zwei und drei Angeklagte verhandelt. Mit sechs Jahren Dauer und 130 Prozesstagen ist es aktuell das längste Thüringer Strafverfahren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Februar 2021 | 12:00 Uhr

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