Außenstelle Buchenwald Mühlhausen: Forschungen zu KZ-Außenlager fast abgeschlossen

Tausende Dokumente und mehr als 60 Zeitzeugen-Berichte hat der Historiker Markt Bartuschka gesichtet. Nun stehen seine Forschungen zur Zwangsarbeit in Mühlhausen während des Zweiten Weltkrieges kurz vor dem Abschluss. Im Mai sollen seine Ergebnisse vorliegen.

Ein Denkmal erinnert an einem Wanderweg im Mühlhäuser Stadtwald an das ehemalige KZ-Gefangenenlager.
Ein Denkmal erinnert an einem Wanderweg im Mühlhäuser Stadtwald an das ehemalige KZ-Gefangenenlager. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die Nachforschungen zur Zwangsarbeit in Mühlhausen während des Zweiten Weltkrieges stehen kurz vor dem Abschluss. Wie der beauftragte Historiker Marc Bartuschka MDR THÜRINGEN sagte, sollen im Mai die Ergebnisse zu den KZ-Außenlagern Martha I und II und der zivilen Zwangsarbeit vorliegen.

Seit dem Vorjahr hat er Tausende Dokumente und mehr als 60 Berichte von Überlebenden gesichtet. Wegen Corona konnte Bartuschka nicht wie vorgesehen in Archiven arbeiten, weil diese über längere Zeit komplett geschlossen waren. Mit einer Ausnahmegenehmigung der Freien Universität Berlin konnte der Forscher online auf Interviews mit Überlebenden zurückgreifen.

Forschungsprojekt soll Erinnerungskultur stärken

Dem Historiker gelang es, eine vollständige Namensliste der 1.300 Insassen der beiden Mühlhäuser Außenlager des KZ Buchenwald zu erstellen. Demnach waren in den 1944/45 am Mühlhäuser Stadtwald ausnahmslos  jüdische Häftlinge gefangen. Die 700 Frauen arbeiten für den Gerätebau. Im Männer-Außenlager am Wendewehr wurden 600 Männer ebenfalls zur Arbeit in der Rüstungsproduktion gezwungen. Laut Bartuschka gab es in Mühlhausen die ganze Bandbreite von Zivilcourage, Bewohner hätten Häftlingen geholfen sie aber auch verraten.

Das Forschungsprojekt soll die Erinnerungskultur in Mühlhausen stärken. Es war vor einem Jahr von der Stadt und dem Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein gestartet worden. Auslöser waren Pläne, das Bratwurstmuseum auf einem Teil der ehemaligen Frauenlagers zu errichten. Die Forschungsergebnissen sollen im Jahresverlauf online und als Sonderheft der Mühlhäuser Beiträge publiziert werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Januar 2021 | 18:30 Uhr

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