Einzigartig in Europa Hunderte Wildkatzen-Sichtungen im Thüringer Vorharz dokumentiert

Im Thüringer Vorharz gibt es offenbar immer mehr Wildkatzen. Bei Nordhausen und im Eichsfeld nördlich der Autobahn 38 seien seit Mai vergangenen Jahres über 500 Mal Wildkatzen von Fotofallen erfasst worden, teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Erfurt mit. Mehr dokumentierte Sichtungen in einem vergleichbaren Zeitraum gibt es in keiner anderen Region Europas.

Wildkatze im Wildkatzendorf Hütscheroda
Wildkatzen sehen ihren häuslichen Verwandten zum Verwechseln ähnlich. Bildrechte: MDR/Steffi Peltzer-Büssow

Wildkatzen streifen seit Jahrtausenden durch Thüringer Wälder

Die naturnahen Waldgebiete im Nordwesten des Freistaates seien deshalb ein wichtiger Verbreitungsschwerpunkt für Wildkatzen, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Es handele sich dabei um sehr scheue Tiere, die schon lange bevor ihre häuslichen Verwandten mit den Römern nach Mitteleuropa kamen, durch die Wälder streiften. Es seien keine ausgewilderten Hauskatzen.

Großes Wildkatzen-Vorkommen in Thüringen vermutet

Wildkatze
Eine Wildkatze tappt in eine Fotofalle. Bildrechte: Deutsche Wildtier Stiftung/M. Götz

Die Wildkatzen-Fotografien sind bereits Forschungsschwerpunkt. An der Universität Göttingen wurden bereits 214 Bilder im Rahmen einer Abschlussarbeit ausgewertet. Zwar lasse sich der Bestand der Wildkatzen durch die Fotofallen nicht direkt ermitteln. Trotzdem deutete die Häufigkeit, mit der die Wildkatzen im Vorharz abgelichtet wurden, auf ein großes Vorkommen hin, erklärte der Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Thüringen, Burkhard Vogel.

Fotofallen für Luchs-Beobachtungen

Bei den Wildkatzen-Fotos handelt es sich um einen "Nebenfang" des BUND-Fotofallen-Projektes. Das vom Umweltministerium geförderte Vorhaben hat vorrangig zum Ziel, die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland zu erforschen. Auch bei den seltenen Luchsen seien damit bereits zahlreiche Nachweise gelungen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask, epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 04. Februar 2021 | 15:30 Uhr

12 Kommentare

Lyn vor 19 Wochen

Lieber Theodor Dienert,

Ich lebe im ländlichen Raum, wir haben am Grundstücksrand einen kleinen Bach, der 200 m weiter in einen kleinen Fluss fließt.

Wenn man sich im Sommer da hinstellt, kann man die Wanderratten unter den Grasbüscheln am Bachrand laufen sehen. Die Erwachsenen so groß wie kleine Katzen.

Durch die Katzen rundherum haben wir diese, äh, Spezies nicht auf den Grundstücken.

Die Stubentiger rundherum fangen immermal eine junge... mir wurde solche Beute schon mal ganz stolz bis ins Wohnzimmer getragen....

Jan vor 19 Wochen

Da haben Sie recht. Ich finde, die Natur regelt das immer recht gut. Leider greift der Mensch zu oft ein und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Ein bisschen mehr Demut und Rücksichtnahme seitens der Menschen wäre sehr schön

Stealer vor 19 Wochen

@Theodor Dienert: Wanderratten gibt es auch im Wald, so wird die Wildkatze schon einige erbeuten. Wobei der Ratz dort auch genug andere Feinde hat.

Aber Sie haben schon recht - "unsere" Ratten werden wir so nicht los. Zumal selbst natürliche Prädatoren, die sich bei uns recht wohl fühlen (vor allem Füchse), lieber aus der Mülltonne fressen als auf Jagd zu gehen. Hat etwas menschliches an sich, irgendwie.

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