Kein Sommerloch und zunehmende Rücksichtslosigkeit Mehr Besucher im Nationalpark Hainich

Den Nationalpark Hainich haben 2020 mehr Menschen besucht als im Vorjahr. Die Gesamtzahl stieg nach Angaben der Nationalparkverwaltung um 5.000 auf etwa 320.000.

Baumkronenpfad im Herbstwald im Nationalpark Hainich
Bildrechte: imago/imagebroker

Dabei mussten zahlreiche Veranstaltungen und Schülerprogramme ausfallen. Vor allem im Sommer aber habe sich das Aufkommen an Besuchern zum Teil verdoppelt, das übliche Sommerloch sei ausgeblieben, heißt es. Gleichzeitig habe es im Hainich auch mehr Radfahrer als sonst gegeben. Auch die Besucherzahlen am Baumkronenpfad und im Wildkatzendorf waren trotz Corona-bedingter Schließzeiten gut.

Nationalpark Hainich Bäume.
Im Jahr 2020 gegen den Trend ein gesuchtes Sommerziel. Bildrechte: imago/blickwinkel

Den Baumkronenpfad haben demnach knapp 143.000 Gäste besucht, 7.000 weniger als im Vorjahr. Ins Wildkatzendorf Hütscheroda kamen mit rund 28.000 Besuchern sogar etwas mehr als 2019. Im vergangenen Jahr konnte im Hainich erstmals ein Wolf mit einer Fotofalle nachgewiesen werden. Außerdem hat ein Kranich im Offenland des Nationalparks gebrütet. Das sei eine kleine Sensation, heißt es, da der Kranich bisher nicht in Westthüringen als Brutvogel vorkam.

Ärger über Aggression und Radfahrer

Die Nationalparkverwaltung beklagt eine zunehmende Rücksichtslosigkeit im Hainich. Verbote würden nicht akzeptiert, Ranger beleidigt. Radler nutzten entgegen der gesetzlichen Regelungen im Park einfach alle Wege. Im Langen Tal seien 30 Stämme mit der Motorsäge zerschnitten worden. Anderswo wurden Zählgeräte zur Besuchererfassung zerstört und damit ein Schaden von mehr als 10.000 Euro angerichtet.

Neuer Wanderweg geplant

Im Frühjahr soll am Nationalpark ein weiterer Wanderweg eröffnet werden. Der sogenannte "Aurinia-Pfad“ führt von einem neuen Parkplatz bei Bolleroda durch den Lebensraum seltener Schmetterlinge. Auf den Klimawandel, dessen auch im Nationalpark sichtbaren Folgen erforscht werden, sollen Infotafeln am Wanderweg Sulzrieden auf der Westseite des Hainich aufmerksam machen. Sie werden in diesem Jahr aufgestellt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Januar 2021 | 22:00 Uhr

3 Kommentare

Silent_John vor 29 Wochen

Mal ganz ehrlich , wie kann es sein , daß jemand ungesehen und ungestraft mit einer Motorsäge (anders ist das Schnittbild ja nicht zu deuten), in einen gut besuchten Nationalpark gelangen und Bäume zersägen kann.
Ich bin einmal mehr desillusioniert, was in manchen Köpfen unserer Mitmenschen so vor sich geht. Hier wäre ich für konsequente Verfolgung der Tat. Auch beim Vandalismus gegen die Zähleinrichtung wie beschrieben. Der Staat geht gegen jeden Dreck vor , gegen Falschparker die nichts und niemanden auf freier Fläche beeinträchtigen und Ähnliches.
Ja, auch hier , wenn sich gegen die Natur und normales menschliches Miteinander vergangen wird, bin ich empört und frage mich , wo wir noch hinkommen.

_martin_ vor 29 Wochen

Noch schlimmer sind Hunde mit Leine, wenn Besitzer und Hund nicht auf der gleichen Straßenseite laufen. Nicht nur im Hainich der Burner.

Moewe1 vor 29 Wochen

Aggressive Radfahrer sind echt ein Problem, genau wie Hundebesitzer, die Ihren Vierbeiner ohne Leine am Radwanderweg laufen lassen.

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