Prozess Überfall in Fretterode: Zeugen belasten Angeklagte

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Neonazi-Überfall in Fretterode (Unstrut-Hainich-Kreis) haben Zeugen die Angeklagten belastet. Im Prozess ging es unter anderem um die Herkunft eines Baseballschlägers, der zur Waffe wurde.

Die beiden Angeklagten kommen in den Gerichtssaal des Landgerichts.
Die beiden Angeklagten am ersten Verhandlungstag. (Archivbild vom 7.9.2021) Bildrechte: dpa

Im Prozess um einen Überfall auf zwei Journalisten aus der linken Szene bei Fretterode (Landkreis Eichsfeld) haben mehrere Zeugen die Angeklagten belastet. Sie schilderten, wie die zwei Angreifer das Auto der Journalisten attackierten.

Mit Baseballschläger auf die Windschutzscheibe

Mit einem Baseballschläger und einem anderen Gegenstand hätten die beiden Männer unter anderem auf die Motorhaube und auf die Windschutzscheibe eingeschlagen. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen wirft den 22 und 27 Jahre alten Angeklagten deshalb Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung und schweren Raub vor. Sie werden der rechtsextremen Szene zugeordnet.

Angeklagte und Anwälte 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 07.09.2021 19:00Uhr 01:57 min

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Zeugen widersprechen Aussagen der Angeklagten

Die beiden Männer sollen die Journalisten aus der linken Szene im April 2018 angegriffen haben, ohne zuvor von ihnen attackiert worden zu sein. Zu der Auseinandersetzung kam es, als die beiden in der Nähe des Grundstücks des Rechtsextremisten Thorsten Heise zu Recherchezwecken fotografiert hatten.

Die Angaben der Zeugen stehen im Widerspruch zu den Aussagen der Angeklagten, die beim Prozessauftakt erklärt hatten, die beiden Journalisten hätten den Baseballschläger bei sich gehabt und gegen sie eingesetzt. Die Journalisten bestreiten das.

Prozessbeteiligte im Gerichtssaal
Der Prozess findet in Mühlhausen statt. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Urteil im Oktober erwartet

Die beiden Angeklagten müssen sich wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung und wegen Raubes verantworten. Während des Übergriffs sollen die Angreifer auch eine Kamera samt der dazugehörigen Ausrüstung gestohlen haben.

Für den Prozess sind bislang insgesamt elf Verhandlungstage bis Mitte Oktober angesetzt. Dass der Prozessbeginn mehrfach verschoben werden musste, lag nach Angaben des Landgerichts an der Corona-Pandemie.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten Nord-Thüringen | 21. September 2021 | 18:30 Uhr

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