Vierspurig nach Erfurt Ortsumfahrungen Mühlhausen und Großengottern bis 2025 im Bau

Ab Juni 2025 kommen Autofahrer aus dem Eichsfeld schneller in die Landeshauptstadt Erfurt. Durch den Bau von zwei Ortsumfahrungen entlang der Bundesstraße 247 verschwinden die Nadelöhre Mühlhausen, Höngeda und Großengottern. Baustart soll im Herbst 2021 sein.

Verkehr auf einer Bundesstraße in Mühlhausen
Rund 20.000 Autos vom oder zum Eichsfeld fahren täglich durch Mühlhausen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Die Protestplakate sind verschwunden. Die letzten Strom- und Gasleitungen werden verlegt. Auch die Archäologen sind noch aktiv. In die Ortsumfahrungen an der Bundesstraße 247 von Mühlhausen und Großengottern sind bereits 15 Millionen Euro investiert worden. Seit zehn Jahren wird an der vierspurigen Trasse geplant.

Die Bürgerproteste in Höngeda und Großengottern sind deutlich älter. Schätzungsweise 20.000 Fahrzeuge vom oder zum Eichsfeld durchqueren täglich Mühlhausen, Höngeda und Großengottern.

"Mit den neuen Ortsumfahrungen ist für Tausende Anwohner ein geringeres Verkehrsaufkommen in den Orts- und Stadtdurchfahren in Sicht", sagt Mühlhäuser Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD). Die gesamte Region werde durch eine bessere Anbindung an das Autobahnnetz und den Ballungsraum Erfurt erheblich profitieren.

Erstes ÖPP-Projekt an einer Bundesstraße

Projektleiter Daniel Markau von der Deges berichtet bei der Projektvorschau in Mühlhausen von insgesamt 110 Leitungen, die woanders hin müssen. Acht Anschlussstellen erhält die fast 25 Kilometer lange Trasse, plus weitere 14 Kilometer Straße als "Nebennetz". Die beiden Bauabschnitte sollen bis Juni 2025 fertiggestellt sein.

Es handelt sich um das bundesweit erste Projekt einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) an einer Bundesstraße. Die geplanten Gesamtausgaben über 30 Jahre liegen bei rund 560 Millionen Euro für Planung, Neubau und Erhaltung der Ortsumgehungen und deren teilweisen Betrieb.

Verkehr auf einer Bundesstraße in Mühlhausen
Weitere Umfahrungen um Gräfentonna sowie zwischen Mühlhausen und Dingelstädt sind bereits in Planung. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Realisiert wird es von der Bietergemeinschaft "Via Mühlhausen", hinter der der französische Baukonzern Vinci steht. Dieses Unternehmen hat auch die beiden Thüringer PPP-Autobahnprojekte A4-Hörselbergumfahrung und A9-Ausbau südlich des Hermsdorfer Kreuzes realisiert - allein oder mit Partnern.

Zwei neue 150-Meter-Brücken

Rund um Mühlhausen und Großengottern werden 1,8 Millionen Kubikmeter Erde bewegt und 470.000 Quadratmeter Asphalt verlegt - das entspricht der Größe von 47 Fußballfeldern. Gebaut werden 31 neue Brücken, davon zwei über die Unstrut, vier über oder eine unter der Bahnstrecke. Zwei der Brücken sind mit 150 Meter Breite besonders groß. Es werden zehn Rückhaltebecken und zahlreiche Überflughilfen für Vögel gebaut.

Wann genau der erste Spatenstich ist, steht noch nicht fest. Mit dem Vertragsbeginn 1. Oktober nehmen Baugrundtechniker und Trassenabstecker ihre Arbeit auf. Die ersten Bagger könnten im März 2022 rollen. Dann wird an mehreren Stellen gleichzeitig gebaut. Im April 2023 soll die erste Straße fertig sein, alle anderen im März 2025. Bis Juni 2025 sei dann Zeit für Restarbeiten.

Weitere Umfahrungen um Gräfentonna sowie zwischen Mühlhausen und Dingelstädt werden bereits geplant. Ganz am Anfang sind auch die Pläne für Dachwig und Döllstädt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 02. September 2021 | 19:30 Uhr

1 Kommentar

Critica vor 2 Wochen

Ich glaube es erst, wenn sie fertig ist.

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