Landgericht Mühlhausen Tödliche Schläge und Tritte aus Eifersucht: Täter soll nicht mehr freikommen

Aus Eifersucht attackierte im Jahr 2019 ein heute 45-Jähriger einen anderen Mann. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen. Aus Angst vor dem Täter rief niemand die Polizei, erst Tage später wurde der Verletzte ins Krankenhaus gebracht und starb dort. Nun ist ein Urteil gefallen.

Menschen in einem Gerichtssaal
Das Gericht war mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Im Prozess um Körperverletzung mit Todesfolge hat das Landgericht Mühlhausen einen 45 Jahre alten Mann zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Wegen einer Persönlichkeitsstörung sei er gefährlich und deshalb für immer wegzuschließen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 20-fach vorbestrafte Angeklagte aus dem Kyffhäuserkreis im Juni 2019 einen 42 Jahre alten Mann in der Wohnung seiner damaligen Freundin geschlagen und getreten hat. Das Opfer war acht Tage später im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.

Freundin halbnackt - Schläge und Tritte aus Eifersucht

Der Angeklagte hatte im Prozessverlauf ein Teilgeständnis abgelegt. Er will aus Eifersucht den Geschädigten am Tatabend mehrmals geschlagen, aber nicht getreten haben. Der später verstorbene Bekannte habe sich in der Wohnung seiner Freundin in Artern im Kyffhäuserkreis aufgehalten. Weil die Freundin halbnackt und unter Drogeneinfluss in der Wohnung stand, sei er ausgerastet und auf den 42-Jährigen losgegangen.

Verletzter erst nach Tagen gefunden

Nach den ersten beiden Faustschlägen sei der Nebenbuhler zu Boden gegangen. Er habe ihn an den Füßen durch die Wohnung gezogen und ihm gedroht, ihn aus dem Küchenfenster zu werfen. Aus Angst vor dem Täter hatte niemand Polizei oder Notarzt gerufen, der Schwerstverletzte wurde erst nach vier Tagen gefunden.

Mit dem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft, der sich die Nebenklage angeschlossen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, wegen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung sei der Angeklagte gefährlich für die Allgemeinheit.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Februar 2021 | 16:00 Uhr

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