Bad Langensalza Streit um Wildschweine im Nationalpark Hainich geht weiter

Im Nationalpark Hainich sorgen zum wiederholten Male Wildschweine für Streit. Jagdpächter vermuten, die Zahl der Tiere sei wesentlich höher als offiziell angegeben und fürchten Schadensersatzansprüche von Landwirten, wenn die Wildschweine außerhalb des Nationalparks Schäden anrichten. Sie drängen nun auf gemeinsames Handeln und schnelle Lösungen.

Wildschwein schaut hinter einem Baum hervor.
Seit längerem sorgen Wildschweine im Unstrut-Hainich-Kreis für Ärger. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / blickwinkel

Im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es erneut Ärger wegen einer Wildschweinplage. Jagdpächter werfen dem Nationalpark Hainich vor, dem Ausbreiten des Schwarzwildes in der Region tatenlos zuzusehen. Darüber berichtet die Thüringer Allgemeine. Demnach vermuten einige Jäger, dass im geschützten Hainich-Gebiet dreimal so viele Wildschweine leben wie offiziell angegeben.

Mehr Wildschweine in Deutschland

Nationalpark-Chef Manfred Großmann wird mit den Worten zitiert, dafür gebe es keine Beweise. Zudem sei es kein spezifisches Problem des Nationalparks, die Wildschwein-Population explodiere deutschlandweit. Die Jäger sorgen sich wegen möglicher Schadensansprüche von Landwirten. Wenn die Wildschweine außerhalb des Nationalparks große Schäden anrichten, können die Jagdpächter in Haftung genommen werden.

Gemeinsames Handeln gefordert

Großmann will nun mit Umweltministerium, Landwirten, Jägern und Jagdpächtern beraten. Die Jäger drängen auf ein gemeinsames Handeln und schnelle Lösungen. Vor zwei Jahren hatten Wildscheine im Revier Kammerforst Schaden von rund 130.000 Euro angerichtet. Dort wurde ein zwei Kilometer langer Elektrozaun gebaut.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 02. August 2021 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

part vor 6 Wochen

Den Wildschweinen in Deutschland fehlt offensichtlich der Lehensherr, der durch regelmäßige Saujagten nebst Gefolge, die Tafel mit Wildbret bereichert. Die Population des Rehwildes hat ungeahnte Höhen erreicht, wobei der Jagdpächter, dessen Erlegung gern den Autofahrern überlässt, so lässt sich Munition sparen und noch 15 € für die Wildschadensbescheinigung erhaschen. Ironie und Realität beiseite, in einem Biosphärenreservat vermehren sich natürlich auch einzelnen Arten, wenn sie beste Ernährungsbedingen dort und angrenzend vorfinden. Dass sich Jagdpächter aber beschweren, das jagdbares Wild in ihr Gebiet eindringt, erscheint mir neu,,es sei denn sie betrachten ihr vertragliches Amt nur als Hobby, oder welche Schadensersatzansprüche kann ich geltend machen, wenn Jagdpächter ganze Herden bereithalten auf Kosten der Agrargenossenschaften?

Elsburg vor 6 Wochen

Wenn sich Jagdrevierinhaber +Jagdbehörde faktisch nicht verständigen auf Standort/Umgehend zuträglichen Bestand zu pflegen +hegen, jährliche Zuwächse bejagend abschöpfen +Ernährungszwecken zuführen, wird die afrikanidche Schweinepest diese Funktionen übernehmen +die Küchenzettel ärmer machen!
Jagdreviergrenzen übergreifende systematische Ansitzjagden mit wenig Lärm der Treiber, unterstützt von einigen erfahrenen Hunden kann die nötige Bestandsbalance gepflegt werden. Möglichst vielfältiger artgemäßer Wildbestand standortgerecht bleibt Oberziel.
Vielleicht ist unterschiedliche Beute'gier" tiefere Ursache fehlender Einigung oder ungenügender, gegenläufiger Sachverstand bei Jagdbehörde +Revierinhabern = große Schweinerei durch "Dünnbrettbohrer", die verjagt werden sollten - als Hochsitz~ bzw Sesselfurzer. Waidmannsheil

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