Unstrut-Hainich-Kreis Neustart: Wie weiter mit dem Kloster Anrode?

Für das ehemalige Kloster Anrode im Unstrut-Hainich-Kreis wird immer noch ein Nutzungskonzept gesucht. Der Förderkreis muss sich vor allem um die Notsicherung der fast 800 Jahre alten Anlage kümmern.

Das Gelände eines alten Klosters.
Vor zwölf Jahren entstand ein Förderkreis, der die große Anlage wiederbeleben und die Klostergeschichte wach halten will. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Kirche, Propstei, Abtei, Nonnenhaus und Rempter. Das vor fast 800 Jahren gegründete Zisterzienserinnen-Kloster Anrode liegt idyllisch zwischen Bickenriede im Unstrut-Hainich-Kreis und der Gemeinde Büttstedt im Eichsfeld. 1993 ist es von der Gemeinde Bickenriede gekauft worden und gab der Landgemeinde später sogar den Namen.

Vor zwölf Jahren entstand ein Förderkreis, der die große Anlage wiederbeleben und die Klostergeschichte wach halten will. Rund zwei Millionen Euro sind in die Notsicherung der Anlage bereits geflossen. Überwiegend aus Fördermitteln vom Bund, der Stiftung Denkmalschutz und vom Land Thüringen.

Kloster Anrode soll für Nachwelt erhalten werden

Die überschaubaren Eigenmittel kamen von Gemeinde und Förderkreis. Dort machen mehr als 20 Klosterfreunde mit; Anrodes Bürgermeister Jonas Urbach (CDU) ist seit 2015 dessen Vorsitzender. "Es ist ein Ort der Besinnung - auch wenn es seit 200 Jahren kein Kloster mehr ist", sagt Urbach. Zu DDR-Zeiten produzierte hier Sponeta Schlotheim unter anderem Seilerwaren.

Schlafende Schönheit: Das Kloster Anrode

Das ehemalige Kloster Anrode im Unstrut-Hainich-Kreis.
Das vor fast 800 Jahren gegründete Zisterzienserinnen-Kloster Anrode ist 1993 von der Gemeinde Bickenriede gekauft worden und gab der Landgemeinde später sogar den Namen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Das ehemalige Kloster Anrode im Unstrut-Hainich-Kreis.
Das vor fast 800 Jahren gegründete Zisterzienserinnen-Kloster Anrode ist 1993 von der Gemeinde Bickenriede gekauft worden und gab der Landgemeinde später sogar den Namen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Vor alten Gebäuden stehen mehrere Wegweiser.
Das große Areal beinhaltet insgesamt 16 Gebäude. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Vor zwei alten Gebäuden stehen zwei Autos und laufen zwei Menschen.
Vor zwölf Jahren entstand ein Förderkreis, der die große Anlage wiederbeleben und die Klostergeschichte wach halten will. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Ein alten baufälliges Gebäude.
Der Rempter ist das Gebäude welches früher den Speise-, Schlaf- und Versammlungssaal der Nonnen beherbergte. Seit drei Jahren wird das Denkmal aus dem 13. Jahrhundert vor dem Verfall gerettet. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
In einem alten baufälligen Raum liegt ein Kieshaufen.
Es ist das einzige Gebäude mit einem Kreuzrippengewölbe und deshalb besonders wertvoll. Die nächsten Sicherungen an dessen Fundament beginnen Mitte Oktober. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
Das Gelände eines alten Klosters.
Von April bis Oktober gibt es auf der Klosterwiese und in der Klosterscheune große Hochzeitsfeiern, Trauungen und auch Konzerte. Zum Weihnachtsmarkt kommen regelmäßig etwa 3.000 Gäste nach Anrode. Bildrechte: MDR/Claudia Götze
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"Wir müssen es für unsere Nachwelt erhalten; ein schwieriges Unterfangen", sagt der Fördervereinschef und kündigt an: "Wir werden nicht locker lassen, nach einem Nutzer zu suchen."

Sanierung dringend notwendig

Seit 25 Jahren wird in Anrode nach diesem dauerhaften Nutzungskonzept gesucht. Gescheitert ist beispielsweise der Versuch, hier wieder einen Orden anzusiedeln. Auch die Investorensuche blieb bisher erfolglos. "Das Areal ist mit 16 Gebäuden riesig und der Sanierungsstau enorm", sagt Planer Eberhard Busch. Nachdem alle Dächer und drei Gebäude saniert wurden, steht nun die Statik der restlichen Gebäude auf dem Prüfstand.

Ein alter und baufälliger Raum.
Der alte Speisesaal wird seit drei Jahren vor dem Verfall gerettet. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Zuallererst der Rempter; so heißt das Gebäude mit dem Speise-, Schlaf- und Versammlungssaal der Nonnen. Seit drei Jahren wird das Denkmal aus dem 13. Jahrhundert vor dem Verfall gerettet. Es ist das einzige Gebäude mit einem Kreuzrippengewölbe und deshalb besonders wertvoll. Die nächsten Sicherungen an dessen Fundament beginnen Mitte Oktober. "Der Rempter soll der Leuchtturm werden, ein Zeichen nach außen", erklärt Busch. Vielleicht hofft er auch, neue Ideengeber zu finden.

Mehrere Veranstaltungen auf Klostergelände

Acht Gebäude werden schon genutzt. Von April bis Oktober gibt es auf der Klosterwiese und in der Klosterscheune große Hochzeitsfeiern, Trauungen und auch Konzerte. Zum Weihnachtsmarkt kommen regelmäßig etwa 3.000 Gäste. Auch der Bauernmarkt soll zurückkehren, dessen Veranstalter sich nach 20 Jahren in diesem Jahr zurückgezogen hat.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 29. September 2020 | 17:30 Uhr

7 Kommentare

Grosser Klaus vor 37 Wochen

Wie wäre es mit dieser Idee? Aus Kloster Anrode wird über die Jahre ein viel besuchter Ort der Begegnung für Suchende und Gläubige aller Konfessionen und Religionen.

Critica vor 37 Wochen

Richtig, liebes mdr-Team, aber das Ministerium kann das Geld, bevor es für Unsinn ausgegeben wird, auch dem Denkmalschutz spenden. Das ist nicht verboten und kann sogar steuerlich abgesetzt werden.

Grosser Klaus vor 37 Wochen

Ganz einfach, der Förderverein sollte einmal überlegen, was Klöster einmal waren.

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