Jüdische Landesgemeinde Stadt Mühlhausen übernimmt Synagoge

Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen hat die Synagoge in Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) an die Stadt übertragen. In Zukunft soll sie wieder regelmäßig geöffnet und auch für Veranstaltungen angeboten werden. Die Stadt will nun notwendige Reparaturen angehen.

Ein Chanukkaleuchter steht in einer Synagoge
Die Synagoge soll sich zu einer noch lebendigeren Stätte der Begegnung zu entwickeln. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Stadt Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) hat die Synagoge in der Innenstadt übernommen. Sie wurde am Mittwoch von der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen übertragen. Ziel sei es, sie  im laufenden Themenjahr "Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen" zu einer noch lebendigeren Stätte der Begegnung zu entwickeln, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm. Dabei soll die Synagoge als Ort des Gebets, des Lernens und der Begegnung erhalten bleiben.

Synagoge in Mühlhausen soll wieder regelmäßig öffnen

Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) sagte, so solle dafür gesorgt werden, dass dieses wichtige bauliche Zeugnis der Mühlhäuser Stadtgeschichte bewahrt und intensiv genutzt werde. Für die Stadt sei es eine Herzensangelegenheit, die Synagoge dauerhaft zu erhalten, erklärte Bruns. "Mit dem jetzigen Schritt wollen wir das langjährige Engagement engagierter Mühlhäuserinnen und Mühlhäuser und die enge Zusammenarbeit der Stadt mit der Jüdischen Landesgemeinde fortführen", sagte er.

In Absprache mit der Tourist-Information solle die Synagoge wieder regelmäßig geöffnet und auch für Veranstaltungen angeboten werden. Aus Sicht Schramms bereichere das Wissen über jüdische Religion und Kultur nicht nur die Gesellschaft, sondern leiste auch einen Beitrag gegen Antisemitismus.

Schändung während Pogromnacht

In Mühlhausen gibt es seit 1943 keine jüdische Gemeinde mehr. Die Synagoge war vor 181 Jahren im Hinterhof eines Wohnhauses in der Jüdenstraße geweiht worden. In der Pogromnacht 1938 war sie geschändet und vor 22 Jahren wieder eingeweiht worden. Die Mühlhäuser gehört zu den wenigen Thüringer Synagogen, die der völligen Zerstörung während der NS-Diktatur entgangen sind.

1947 war sie der Jüdischen Landesgemeinde zurückgegeben worden. 1998 wurde die Synagoge nach vorausgegangener Sanierung wieder eingeweiht. In dem Gebäude wird einmal im Jahr ein Gottesdienst gefeiert. Auf Grundlage eines Nutzungsvertrags mit der Jüdischen Landesgemeinde will die Stadt Mühlhausen laut Bruns nun notwendige Reparaturen angehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. Februar 2021 | 17:30 Uhr

4 Kommentare

Saxe vor 11 Wochen

Ja was denn nun: Wenn es keine Religion gab, kann der Staat auch nicht festlegen, was wie wo warum Religion stattfinden soll. Die Aussage ist in sich unlogisch.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 11 Wochen

Sie verwechseln zwei Dinge: Religion ist nicht unbedingt auch der Glaube !

Es scheint uns so, als hätten Sie nie in der DDR gelebt, denn sonst würden
sie an dieser Stelle öffentlich nicht leugnen, dass die DDR ebenso Religion
hatte und nicht zuletzt der erschaffene „Religionsersatz des Marxismus-Leninismus“ für viel Verwirrung und Aberglauben unter den Menschen
sorgte.

Wo genau liegt Ihr Problem und was hat das mit der
Übernahme der Synagoge in Mühlhausen und dem
hier vorliegenden mdr-Artikel zu tun ?

Theodor Dienert vor 11 Wochen

Ich möchte Ihnen hiermit zum wiederholen Male widersprechen!
In der DDR gab es sehr wohl Religion!
Und nochmals zu Ihrem Verständnis:
Die Christen, der Kirchen in der DDR war maßgeblich an der politischen Wende beteiligt.
In einem stimme ich Ihnen jedoch zu. Staat und Kirche sollten prinzipiell getrennt werden.

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