Fusion Bevor Anrode Geschichte ist: Bürger stimmen über Zukunft ihrer Gemeinde ab

2.600 Bürger von Anrode im Unstrut-Hainich-Kreis entscheiden bis Ende Mai über die Zukunft der Gemeinde. Die möglichen Fusionspartner sind auf dem Stimmzettel zusammengefasst: Dingelstädt, Mühlhausen, Unstruttal. Das Besondere: Jeder Ortsteil wird einzeln ausgezählt, deshalb wären drei verschiedene Ergebnisse möglich. Noch im Juni will der Gemeinderat das Bürgervotum in einen Beschluss fassen. Ab dem 1. Januar 2023 ist Anrode Geschichte.

Ein Mann hält ein Plakat mit einem Aufruf zur Wahl.
Bürgermeister Jonas Urbach möchte möglichst viele Anröder dazu bewegen, an der Befragung teilzunehmen. Bildrechte: MDR/Claudia Goetze

Dingelstädt, Unstruttal oder Mühlhausen? Zu einer dieser drei Kommunen soll Anrode in Nordthüringen künftig gehören. Die Einwohner sollen eine Mitspracherecht haben. Daher werden bis zum 30. Mai rund 2.600 Bürger ab 16 Jahren per Briefwahl zur Zukunft ihrer Gemeinde befragt. Die Zettel mit dem Kreuzchen können ab sofort in den Briefkasten der Gemeindeverwaltung in Bickenriede geworfen oder per Post dorthin gesendet werden.

Anrode ist 2023 Geschichte

Für jeden der Anroder Ortsteile Bickenriede, Dörna, Hollenbach, Lengefeld und Zella gibt es separat entworfene Stimmzettel in unterschiedlichen Farben. Das erleichtert vor allem die Auszählung am 2. Juni. Es zählt dann jeweils die relative Mehrheit. Und: Wenn die Ortsteile verschiedene Fusionspartner anstreben, fällt die Gemeinde auseinander. Auch ein Wechsel in den benachbarten Eichsfeldkreis ist möglich.

Noch im Juni will der Gemeinderat einen historischen Beschluss zur Zukunft der 1998 gegründeten Gemeinde Anrode fassen. Die Fusionspläne sollen dem Innenministerium im Spätsommer vorliegen, damit dieser Teil eines Gesetzentwurfes wird. Ab 2023 ist Anrode, das den Namen eines Zisterzienserinnenklosters trägt, Geschichte.

Fusion seit 2018 im Gespräch

Die Fusionsgespräche laufen seit 2018. Das Land hatte 2018 und 2019 dem finanzschwachen Anrode keine Bedarfszuweisungen gewährt und stattdessen zur Suche nach Fusionspartnern aufgefordert. Im Vorjahr gab es wieder 600.000 Euro vom Land; nachdem die Gemeinde ihren Fusionswillen glaubhaft machen konnte und bereits eine Bürgerbefragung vorbereitet hat.

Wegen Corona: Livestream statt Einwohnerversammlung

Drei mögliche Partner stehen auf dem Stimmzettel. Da es wegen Corona keine Einwohnerversammlungen geben durfte, gab es einen Livestream mit 1.300 Zuschauern. Dabei hatten der Dingelstädter Bürgermeister Andreas Fernkorn (CDU), der Unstruttaler Bürgermeister Michael Hartung (pl) und der Mühlhäuser Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) um die Gunst der Anröder geworben. Außerdem werben Plakate und Flyer jeweils für eine Kommune.

Ein Plakat vor der Lengenfelder Warte.
Die Stadt Dingelstädt wirbt unter anderem an der Lengenfelder Warte. Bildrechte: MDR/Claudia Goetze

Anrode selbst hat 100 Plakate vorbereitet, um die Bürger zur Stimmabgabe zu motivieren. Die Gemeinde informiert auf www.fusion.gemeinde-anrode.de über die Fusionspartner, den Livestream und alle anderen Aktionen vor der Bürgerbefragung.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 14. Mai 2021 | 13:30 Uhr

2 Kommentare

Thueringer Original vor 22 Wochen

Korrektur oder Nachtrag: es muss selbstverständlich heißen, vor einer Übernahme durch Mühlhausen ist Anrode selbst mit Unstruttal nicht sicher, da auch zusammen die Einwohner 2035 unter 6.000 sein werden.

Thueringer Original vor 22 Wochen

Ich gebe als Außenstehender mal einen Tipp ab. Wenn man die Präsentationen gesehen hat, dann erkennt man schon, dass sich die Dingelstädt ins Zeug geworfen hat und die besseren Argumente hat (geringe Abgaben, geringe Kreisumlage, keine Änderungen bei den Straßennamen, etc.). Man sieht, dass Unstruttal einen unprofessionellen Eindruck macht und selbst mit ihnen, ist man vor einer weiteren Übernahme durch Mühlhausen sicher. Daher glaube ich schon, dass Dingelstädt das Rennen macht.

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