Der Redakteur | 21.02.2022 Warten auf Novavax-Impfstoff für Thüringen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Seit Montag sollte der Corona-Impfstoff von Novavax verfügbar sein, der als Alternative zu den neuartigen mRNA-Impfstoffen gilt. Doch auf der Website des Thüringer Impfportals sind noch keine Termine für den Proteinimpfstoff buchbar. Woran liegt das und wann kommt Nuvaxovid nun wirklich? Unser Redakteur ist diesen Fragen nachgegangen.

Losgehen sollte es laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) tatsächlich am 21. Februar. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen des Impfstoffs Nuvaxovid von Novavax war für diesem Tag avisiert. Auf dem Thüringer Impfportal sind jedoch noch keine Termine buchbar. Trotzdem rechnet die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen damit, dass es am Montag, dem 28. Februar, losgehen kann.

In anderen Bundesländern wurden schon Termine freigeschaltet, die müssen nun natürlich wieder kassiert werden. Das wollten wir vermeiden.

Jörg Mertz, Kassenärztliche Vereinigung Thüringen

Trotzdem sind die Termine bereits im System vorbereitet, sie müssen eben nur noch freigeschaltet werden. Insgesamt werden bis Ende März in Deutschland 3,8 Millionen Novavax-Impfdosen aus der Bestellung der EU-Kommission erwartet. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum diese Verzögerung, müssen erst die mRNA-Impfstoffe aufgebraucht werden?

Nein. Der Impfstoff ist schlicht noch nicht in Quakenbrück, dem Logistikzentrum der Bundeswehr, angekommen. Auch wenn Novavax ein US-amerikanischer Konzern ist: Der Impfstoff wird in Indien produziert. Konzernchef Stanley Erck, President und CEO, räumte im Dezember 2021 in einem CNN-Interview Produktionsprobleme ein. Die könnten erklären, dass aktuell nicht so schnell geliefert werden kann wie gewünscht.

Ursprünglich sollten bis Jahresende für den Weltmarkt 150 Millionen Dosen produziert werden, 2022 dann zwei Milliarden. Die EU hatte im August 2021 einen ersten Vertrag über 100 Millionen Dosen abgeschlossen, mit der Option auf weitere Lieferungen. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen, die bis 2023 geliefert werden sollen, haben die Mitgliedstaaten bereits aktiviert, macht also in der Summe 200 Millionen Dosen bis Ende 2023.

Wie viele Impfdosen bekommt Thüringen?

Von der ersten Lieferung, für die bereits die vorbereiteten Termine auf ihre Freischaltung warten, sind 36.000 Dosen für Thüringen bestimmt. Damit können 18.000 Menschen vollständig geimpft werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat verfügt, die Dosen für die Zweitimpfung zu reservieren, mit Blick auf die Lieferprobleme ist das sicher eine kluge Entscheidung. Bis Ende März sollten dann insgesamt 102.000 Dosen in Thüringen eintreffen, also für 51.000 Menschen.

Wer bekommt zuerst Novavax?

Es sind die Menschen, die von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen sind. Als Nachweis ist ein Schreiben des Arbeitgebers vorzulegen. Anschließend sind Personen an der Reihe, die zur kritischen Infrastruktur gehören. Inwieweit dann der Impfstoff zeitnah für alle freigegeben werden kann, das hängt auch davon ab, wie intensiv das Angebot angenommen wird.

Eine Dose des Impfstoffs von Novavax.
Novavax gilt als Alternative zu den neuen mRNA-Impfstoffen, denen manche Menschen nicht trauen. Bildrechte: IMAGO / MiS

Auch wenn die Termine noch nicht buchbar sind, wann wären sie es denn - und wo?

Die KVT hat sich entschieden, Termine für den 28. Februar sowie den 5. März vorzubereiten. Wegen der verzögerten Lieferung könne der zunächst für den 26. Februar angepeilte Termin für eine erste Verimpfung nicht stattfinden. Grundsätzlich werden alle Impfstellen in Thüringen mit Novavax beliefert. Es ist empfehlenswert, sich in den Newsletter einzutragen, um direkt informiert zu werden, die Medieninformation erfolgt zeitnah. Gebucht werden können die Termine nach Freischaltung dann im Thüringer Impfportal.

Von den ersten 36.000 Dosen sollen den Angaben zufolge 3.000 direkt an die Kliniken im Land gehen. Diese könnten ihren Beschäftigten in Vorbereitung auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht ein Impfangebot machen. Mit den übrigen Dosen könnten Erst- und Zweitimpfungen für insgesamt 16.500 Menschen angeboten werden.

Wie schnell ist der Impfstoff in Thüringen, wenn er in Deutschland ankommt?

Die Impfstoffe kommen alle zentral am Bundeswehrstandort in Quakenbrück an. Dort wird er von Thüringer Seite abgeholt. Von der Landung in Quakenbrück bis zur ersten Impfung in Thüringen dürften nur zwei Tage vergehen. Im Gegensatz zu den mRNA-Impfstoffen kann Nuvaxovid bei Kühlschranktemperatur gelagert werden, die Logistik ist also einfacher als bisher. 

Mehr Informationen zur Wirksamkeit von Novavax und dazu, was aus Studien bisher bekannt ist, erfahren Sie hier.

Mehr zur Corona-Impfung

Quelle: MDR (ask)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 21. Februar 2022 | 16:40 Uhr

Mehr aus Thüringen

Getreideernte auf einem Feld 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK