Kabinettsbeschluss Thüringen bringt Hilfsfonds für NSU-Opfer auf den Weg

Die Thüringer Landesregierung hat einen Entschädigungsfonds für die Opfer der Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds und deren Angehörige auf den Weg gebracht. Er hat ein Volumen von 1,5 Millionen Euro. Justizminister Dieter Lauinger (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, damit bekenne sich Thüringen zu seiner Verantwortung für die NSU-Verbrechen.

Jeweils 100.000 Euro sollen direkt an die Familien der zehn Mordopfer ausgezahlt werden. Die restlichen 500.000 Euro sollen die Menschen erhalten, die bei den NSU-Anschlägen verletzt wurden - wie etwa bei dem Bombenanschlag in Köln im Jahr 2004. Sie sollen je nach Schwere der erlittenen Verletzungen zwischen 3.000 und 20.000 Euro erhalten. Das Geld kann laut Minister Lauinger ausgezahlt werden, wenn die Opfer entsprechende Anträge einreichen. Sollte über diesen Verteilungsmodus nicht alles Geld abgerufen werden, sollen die Mittel nach Angaben von Lauinger für Härtefälle verwendet werden - also für Opfer, die über die Pauschalzahlungen nicht ausreichend entschädigt wurden.

Der Beschluss des Hilfsfonds kommt nur wenige Tage vor dem Urteil im Münchner NSU-Prozess. Die Haupttäter des NSU stammen aus Thüringen. Am 11. Juli will das Oberlandesgericht München das Urteil gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte fällen.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 03. Juli 2018 | 19:00 Uhr

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