NSU-Terror Rot-Rot-Grün will Opfer-Familien entschädigen

Die rot-rot-grüne Koalition in Thüringen plant einen Entschädigungsfonds für die Opfer der rechtsextremistischen Terrorzelle National Sozialistischer Untergrund (NSU). Nach Informationen von MDR THÜRINGEN aus Koalitionskreisen soll ein entsprechender Antrag in die laufenden Verhandlungen um den Doppelhaushalt 2018/19 eingebracht werden. Wie hoch die Summe für den geplanten Fonds ist, steht demnach noch nicht fest.

Unterstützt werden sollen die Familien der zehn mutmaßlichen NSU-Mordopfer, die Opfer der beiden mutmaßlichen NSU-Sprengstoffanschläge und die Opfer der Banküberfälle, die durch das Jenaer Terror-Trio begangen worden sind. 

Hintergrund für den geplanten Fonds ist unter anderem die Klage der Familie des NSU-Opfers Mehmet Kubasik. Er wurde am 4. April 2006 mutmaßlich durch den NSU in Dortmund getötet. Seine Familie hatte gegen den Freistaat Thüringen eine Schmerzensgeldklage eingereicht. Sie wirft den Thüringer Behörden Sabotage bei der Fahndung nach Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe nach ihrer Flucht im Januar 1998 vor. Nur so sei es möglich gewesen, dass die drei als NSU-Terrortrio die Mordserie hätten begehen können, so die Klagebegründung. Die Käger fordern gut 20.000 Euro Schmerzensgeld für jeden der Angehörigen. Hinzu käme ein Schadensersatz etwa für das weggefallene Einkommen von Mehmet Kubasik in bislang nicht genannter Höhe.

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN war eine außergerichtliche Einigung zwischen Kubasiks Familie und dem Freistaat Thüringen bisher gescheitert. Bei einem Gütetermin am Landgericht Erfurt zeichnete sich jedoch schon nach 15-minütiger Verhandlung ein Vergleich ab. Das Verfahren ruhe, sagte der Vorsitzende Richter Christoph von Friesen nach dem Termin.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29.08.2017 | ab 05:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

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