Zeitung Neue Panne bei NSU-Ermittlungen in Eisenach

Mehrere Männer verladen ein teilweise mit Planen zugedecktes Wohnmobil auf einen Lkw.
Auf dem Fahrersitz lag die Hülse. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Bei den Ermittlungen um den Tod der beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gibt es offenbar eine neue Panne. Nach einem Bericht der Zeitung "Freien Wort" wurde in dem ausgebrannten Wohnmobil eine bisher unbekannte Patronenhülse entdeckt.

Dies gehe aus den drei Jahre alten Aussagen eines Ermittlers hervor, die erst jetzt dem NSU-Untersuchungsausschuss in Thüringen vorliegen. Demnach hatten die Beamten drei Monate nach dem Brand in Eisenach die Hülse in dem kaputten Fahrzeug auf dem Fahrersitz zufällig entdeckt. Kollegen des Bundeskriminalamtes hätten die Thüringer Beamten angewiesen, die Hülse wieder auf den Sitz zu legen, sie sei unwichtig. Bei dem Fundstück habe es um einen „9mm Teilmantel“ gehandelt.

Zudem sagte der Polizist aus, dass bei den damaligen Ermittlungen Asservatenlisten mehrfach verschwunden seien. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Ansprechpartner bei den Ermittlungen ständig gewechselt hätten. Ordentliche Übergabe habe es nicht gegeben. Zuständigkeiten für die Auswertung der Spuren seien überstürzt verlagert worden. Der NSU-Ausschuss will morgen wieder Zeugen zu den Vorgängen von 2011 in Eisenach befragen.

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