Corona-Pandemie Thüringer Krankenhäuser sehen sich für mögliche Omikron-Welle gewappnet

Die Krankenhäuser in Thüringen sind in Hab-Acht-Stellung: Noch weiß keiner, ob und wie sehr die Zahl der Patienten auf den Corona-Stationen steigen wird. Aktuell sind in allen Kliniken, die MDR THÜRINGEN befragt hat, noch Betten für Corona-Patienten frei. Die Herausforderung der möglichen Omikron-Welle sehen aber viele Kliniken beim fehlenden Personal.

Die Krankenhäuser und Kliniken in Thüringen sehen sich für eine mögliche Omikron-Welle mit steigenden Patientenzahlen gewappnet. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN können zahlreiche Häuser die Bettenkapazitäten zügig nach oben fahren und sind mit Hilfe von Notfallplänen auf viele Szenarien vorbereitet.

Wie Tomas Kallenbach, Geschäftsführer im Weimarer Hufeland-Klinikum mitteilte, stehen aktuell auf drei Stationen 60 Betten für Corona-Patienten zur Verfügung. Im Waldkrankenhaus in Eisenberg werden bereits seit Dezember alle nicht akuten Eingriffe gestrichen, um Covid-19-Patienten versorgen zu können.

Zahl der Patienten auf Corona-Stationen gleichbleibend

In etlichen Kliniken stagniert seit Weihnachten die Zahl der Patienten, die aufgrund einer Corona-Infektion stationär behandelt werden müssen. Allerdings stellenweise auf hohem Niveau. So werden etwa in den Thüringen-Kliniken in Saalfeld und Pößneck derzeit rund 50 Corona-Patienten behandelt, davon zehn auf den Intensivstationen.

Im Klinikum Altenburger Land steigt dagegen die Zahl der Patienten wieder leicht an. Auch im Uniklinikum Jena und in der Zentralklinik in Bad Berka wird in den kommenden Tagen wieder mit mehr Corona-Patienten auf den Stationen gerechnet.

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Fakt ist! Mo 10.01.2022 22:10Uhr 58:08 min

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Im Regiomed Klinikum in Hildburghausen sind derzeit 50 Prozent der Maximalbelegung erreicht, für die Omikron-Welle sei das Haus vorbereitet. Etwas vorsichtiger formuliert es Stefan Rösch, Geschäftsführer des Katholischen Krankenhauses (KKH) in Erfurt: "Welche Auswirkungen eine weitere Welle tatsächlich hat, kann nur vermutet werden. Das Personal hat die Belastungsgrenze erreicht bzw. überschritten."

Im KKH Erfurt und auch im SRH Wald-Klinikum Gera wird mit einem zusätzlichen Mitarbeiterschwund durch die Impfpflicht für medizinisches Personal gerechnet.

Notfallpläne und Krisenstäbe für akute Situationen

Alle Krankenhäuser haben in den vergangenen zwei Jahren im Zuge der Corona-Pandemie Notfallpläne entwickelt, zudem tagen Krisenstäbe regelmäßig, um die aktuelle Situation zu bewerten. Wie viele Betten dann letztendlich zusätzlich betrieben werden können, hänge auch davon ab, wie viel Personal tatsächlich dann zur Verfügung steht, so Stephan Breidt, Sprecher der Thüringen-Kliniken Saalfeld-Rudolstadt und Pößneck.

In den Regiomed-Kliniken in Sonneberg, Neuhaus und Hildburghausen würden vor allem die sprunghaft steigenden und fallenden Patientenzahlen eine große Herausforderung darstellen.

Viele Kliniken befürchten Ausfälle beim Personal

Hinzu kommt, dass mehrere Krankenhäuser in Thüringen einen Engpass beim Personal befürchten. Weil die Omikron-Variante als ansteckender gilt, rechnen die Kliniken damit, dass viele Mitarbeiter ausfallen, weil sie entweder selbst erkranken, als Kontaktpersonen in Quarantäne sind oder ihre Kinder betreuen müssen. Auch die Tatsache, seit nun mehr als zwei Jahren der Behandlung von Corona- und Nicht-Corona-Patienten gleichermaßen gerecht zu werden, empfinden viele Ärzte und das Pflegepersonal als Belastung.

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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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