Altenburger Land Deutsche Bahn baut Knoten Gößnitz aus

Ab 28. Februar rollen am Bahnhof Gößnitz im Altenburger Land die Bagger. Laut Deutscher Bahn bleibt hier kein Stein auf dem anderen. Gleise, Oberleitungen und die gesamte Bahntechnik werden erneuert, außerdem entstehen zwei neue Bahnsteige. Das alles bei laufendem Betrieb, denn die Züge sollen eingleisig an der Baustelle vorbeifahren.

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Der gefühlt längste Bahnsteig Deutschlands in Gößnitz hat ausgedient. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Es ist der gefühlt längste Bahnsteig Deutschlands, hier in Gößnitz im Altenburger Land. Hier ist der Knotenpunkt für die Mitte-Deutschland-Verbindung und die Sachsen-Franken-Magistrale.

Wer genauer hinschaut, sieht: Nicht nur das Dach des Bahnsteiges ist alt und verbraucht, auch die Technik stammt zum Teil noch aus DDR-Zeiten. Seit 2019 laufen deshalb Bauarbeiten rund um Gößnitz. In Zukunft sollen die Züge schneller über die Strecke fahren. Tempo 160 heißt das für den Personenverkehr, 120 km/h dürfen Güterzüge fahren.

Wir versprechen uns auch eine Steigerung des Güterverkehrs auf dieser Strecke.

Jens Hettwer Projektleiter Streckenausbau Leipzig-Werdau

Insgesamt 650 Millionen Euro investiert die Bahn über ihre Tochter DB Netze in die Region. Vor allem in Gleise und Bahntechnik, aber auch in Brücken, Lärmschutzwände und einige Bahnhöfe. Der Bahnhof Gößnitz soll statt des langen Doppelbahnsteiges zwei neue erhalten, barrierefrei und mit modernen Informationssystemen für die Fahrgäste. Ab 28. Februar gilt für zwei Wochen Schienenersatzverkehr. Dann bereiten Bauarbeiter das Bahnhofsgelände für die Arbeiten vor. Danach rollen die Züge eingleisig durch den Bahnhof.  

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Bei Lehndorf nördlich von Gößnitz rollen die Züge über ein schon fertiges Gleis. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Vor allem Pendler sind auf der Strecke von Leipzig nach Zwickau oder Werdau unterwegs. Für sie wird sich die Fahrzeit in Zukunft verkürzen. Dabei hilft auch die Neigetechnik an den Zügen. Bisher konnte die auf den vorhandenen Gleisen nicht zum Einsatz kommen.

Die werden ersetzt. Insgesamt 13 Kilometer Gleis, außerdem 40 Weichen, Oberleitungen, Signale, Datenleitungen und vieles mehr müssen nach und nach getauscht werden. Und das im laufenden Betrieb. Auch ein neues, elektronisches Stellwerk gehört zur Ausstattung. Das bekommt in Zukunft seine Befehle von der Leitstelle in Leipzig. Im August 2023 soll es in Betrieb gehen, dann ruht der Schienenverkehr für einige Wochen.

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Nicht nur die Gleise müssen getauscht werden. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Nördlich von Gößnitz wird schon gebaut, seit 2019 wurde hier die Strecke erneuert und mehrere Brücken gebaut. Ein Gleis ist schon fertig, aktuell fahren die Züge hier im Wechselverkehr an der Baustelle vorbei. Im Juni soll das Nadelöhr passé sein, dann rollt der Verkehr reibungslos – bis Gößnitz.

Wir werden die neuen Bahnsteige nacheinander bauen, so dass immer ein Zugverkehr möglich sein wird.

Jens Hettwer Projektleiter Streckenausbau Leipzig-Werdau

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Ab 28. Februar rollen am Bahnhof Gößnitz die Bagger. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Für die Zeit nach der Fertigstellung verspricht sich die Bahn viele positive Effekte vom neuen Knotenpunkt. Gut getaktete Zugverbindungen in alle Himmelsrichtungen sollen die Schiene attraktiver nicht nur für Pendler machen. Das Altenburger Land rückt dann gefühlt näher an Regionen wie Dresden, Göttingen, Regensburg und Hamburg.

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An den Nebengleisen finden sich noch viele Relikte aus DDR-Zeiten. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. Februar 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Harka2 vor 32 Wochen

Die Bezeichnung Doppelbahnsteig ist lustig. Tatsächlich ist das nur ein normal langer Bahnsteig an dem früher mehr als nur ein Triebwagen Platz brauchte. Die Zeiten des hochwertigen Zugverkehrs sind vor Ort aber schon lange Geschichte. Dort hält kein Fernzug mit zehn oder dreizehn Wagen mehr, dort halten nur noch maximal zweiteilige Triebwagen. Die komplette Sanierung ist einmal mehr nur ein kompletter Rückbau.

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