Funke-Mediengruppe Bundeskartellamt untersagt Funke komplette Übernahme der Ostthüringer Zeitung

Nach Ansicht des Bundeskartellamts ist die komplette Übernahme der Ostthüringer Zeitung durch die Funke-Mediengruppe kartellrechtswidrig. Sie gefährde den Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in Jena und Gera. Die Funke-Gruppe will nun gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Zeitungstitel der Funke Mediengruppe in Thüringen: Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung
Auf dem Thüringer Zeitungsmarkt spielt die heutige Funke Mediengruppe seit Anfang der 90er Jahre die dominierende Rolle. Bildrechte: MDR

Das Bundeskartellamt hat der Funke-Mediengruppe die komplette Übernahme der Ostthüringer Zeitung (OTZ) untersagt. Nach Ansicht der Behörde ist das kartellrechtswidrig. Mit der Übernahme sei der letzte Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in Jena und Gera ausgeschaltet, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Die Leserinnen und Leser profitierten jedoch von Auswahl, nicht von Zeitungsmonopolen.

Der Zusammenschluss von Funke und Ostthüringer Zeitung hätte den letzten Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in den Gebieten Jena und Gera ausgeschaltet. Die Leserinnen und Leser profitieren aber von Auswahl, nicht von Zeitungsmonopolen. Auch wenn beide Verlage heute schon sehr eng kooperieren, muss die Fusionskontrolle den bestehenden Wettbewerb und die redaktionelle Vielfalt schützen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes

Bisher hält die Mediengruppe 60 Prozent der Anteile an den Verlagsgesellschaften der OTZ. 2016 waren bereits die Lokal- und Mantelredaktionen der Zeitungen zusammengelegt worden. Mit der geplanten kompletten Übernahme der Anteile käme es zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen, hieß es in der Begründung.

Funke-Gruppe will Rechtsmittel gegen Entscheidung einlegen

Die Funke-Mediengruppe teilte mit, dass die Entscheidung des Bundeskartellamts, nicht der Rechtsauffassung ihres Hauses entspreche. Die Funke-Mediengruppe beabsichtige, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einzulegen. Darüber hinaus halte die Mediengruppe die redaktionelle Anbindung der Ostthüringer Zeitung an die FUNKE Mediengruppe für kartellrechtlich zulässig. 

Ferner hieß es: "Wir sind überrascht, dass das Bundeskartellamt angesichts des erheblichen Wettbewerbsdrucks, dem sich die Printmedien insbesondere von Seiten der Digitalangebote ausgesetzt sehen, dieses Vorhaben aufgrund von vermeintlichen, regional sehr begrenzten Wettbewerbsbedenken für nicht freigabefähig hält."

OTZ gehört nur zu 60 Prozent der Funke-Gruppe

Auf dem Thüringer Zeitungsmarkt spielt die Funke Mediengruppe mit Stammsitz in Essen seit Anfang der 90er-Jahre mit der Mediengruppe Thüringen die dominierende Rolle. Im Juli 2020 wurde die Erfurter Tochter in "Funke Medien Thüringen" umbenannt.

Von den dort erscheinenden drei Tageszeitungen Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung gehört letztere bis jetzt nur zu 60 Prozent der Funke-Gruppe. Minderheitsgesellschafterin ist die Rheinisch-Westfälische Verlagsgesellschaft, die die Ostthüringer Zeitung aufgrund von gesellschaftsvertraglichen Regelungen mitkontrollieren kann. Diese Mitkontrolle hat laut Kartellamt zur Folge, dass Funke Entscheidungen bei der Ostthüringer Zeitung bislang nur eingeschränkt durchsetzen konnte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. September 2021 | 19:00 Uhr

21 Kommentare

Professor Hans vor 2 Wochen

Emlo
Was soll eigentlich die Unterstellung

mit afd Standpunkten.

In ihrer begrenzten Welt gibt es offensichtlich nur Hofberichterstattung oder afd. Haben sie eigentlich begriffen das der Journalismus und die Medien die ganze Breite der Gesellschaft abbilden sollen. Gleichgeschaltete Medien hatten wir während der braunen und roten Diktatur.

Fakt vor 2 Wochen

@MDR-Team:

Das Interview mit einer Chefredakteurin habe ich gesehen in einer Magazinsendung; fragen Sie aber nicht ob es Fakt, Monitor, Report, Zapp oder Frontal21 im ZDF war, ist schon etwas her.
Den Hinweis auf das Zapp-Interview mit der ehemaligen RT-Mitarbeiterin findet man bei Wikipedia. Zudem findet man bei Google etliche Links unter dem Stichwort "RT Staatsfernsehen".

emlo vor 2 Wochen

Es gibt sicher gute Gründe, sich von den Zeitungen der Funke-Gruppe in Thüringen zu verabschieden (teilweise nur mittelmäßige journalistische Qualität z.B.). Die angebliche "Regierungsnähe" gehört jedoch nicht dazu. Die Thüringer Landesregierung bekommt, dort wo es angebracht ist, durchaus ihr Fett weg. Dass diese Zeitungen AfD-Standpunkte vertreten, sollten Sie allerdings nicht erwarten. Und das ist auch richtig so!

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