Ostthüringen Mehr ausländische Auszubildende in Handwerksbetrieben

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres haben in Ostthüringer Handwerksbetrieben mehr ausländische Auszubildende einen Lehrlingsvertrag unterschrieben. Wie die Ostthüringer Handwerkskammer in Gera mitteilte, stieg die Zahl von zwölf im vergangenen Jahr auf aktuell 21.

Sie stammen vor allem aus Vietnam, aber auch aus Syrien, Afghanistan, dem Tschad, Algerien, der Ukraine, Albanien, Russland und Ägypten. Bei etwa 15 jungen Menschen aus Vietnam stehen die Visa-Genehmigungen noch aus, sodass die Zahl der Auszubildenden noch steigen könnte. Insgesamt starten in diesen Tagen etwa 650 Auszubildende ihre Lehre als Bäcker, Maurer oder Friseur. Aktuell sind im Ostthüringer Kammerbezirk noch mehr als 400 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Ausländische Azubis: Unternehmen reagieren verhalten

Die Handwerkskammer hofft, mit Lehrlingen aus anderen Ländern freie Ausbildungsstellen zu besetzen und den Fachkräftebedarf zu decken. Das Interesse bei den Unternehmen ist allerdings verhalten: So mussten zwei Info-Veranstaltungen zur Beschäftigung ausländischer Azubis mangels Interessenten abgesagt werden.

Wie die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Katja König MDR THÜRINGEN sagte, haben die Unternehmen angesichts von Rohstoffmangel und steigenden Energiepreisen derzeit wohl andere Sorgen. Die Einstellung ausländischer Azubis sei mit einer höheren zeitlichen und finanziellen Belastung verbunden, das sei gerade für kleine Betriebe schwer zu stemmen. Die Kammern werben über Agenturen im Ausland für eine Ausbildung in Deutschland.

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MDR (mab)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 30. August 2022 | 08:30 Uhr

8 Kommentare

Anni22 vor 22 Wochen

@ Wessi Sie kapieren mal wieder gar nichts. Wo ist das Hetze? Ich finde es nicht okay, dass man sich hier im Land mittlerweile zu fein fürs Handwerk ist. Studieren ja, aber Handwerk scheint ja schon fast eine Zumutung. Warum muss man Leute herholen, wenn es Arbeitslose gibt, davon müssen doch welche geeignet sein, sind ja nicht"arbeitsunfähig" sondern arbeitslos. Aber ist halt wieder mal typisch, lieber andere Leute die Arbeit machen lassen, statt mal die schon Anwesenten zu befähigen. Und ja dieStudienplätze sollten begrenzt werden, auf eine Zahl, die am Arbeitsmarkt auchgebraucht wird. Dann hätte man Lehrer und keine Gendergelehrten ohne Verwendung!

Reuter4774 vor 22 Wochen

Jein die Ausbildung/ Studium bzw der Wunschberuf muss weiterhin frei wählbar sein! Nicht wie zu DDR Zeiten wo die Lehrstellen die da waren halt irgendwie genommen werden mussten. Es fehlt schlicht genug Nachwuchs ( ja liebe Babyboomer das habt ihr " vergessen")!

martin vor 22 Wochen

@britta: Wer - außer "einschlägig Interessierten" schreibt denn, dass die H4-Empfänger nicht in Ausbildung kommen sollen? Zumindest der Teil, die für eine Ausbildung geeignet sind.

Da gibt es beispielsweise die (vielfach - auch von den Betroffenen selbst) unterschätzten Sprachprobleme in den Berufschulen. Gar nicht mal mit den berufsfachlichen Begriffen, sondern in Fächern wie bspw. Deutsch, wo sie mit den gleichen Anforderungen konfrontiert und mit dem gleichen Massstab benotet werden, wie Muttersprachler, die dazu schon 10 (oder mehr) Jahre Deutschunterricht an deutschen Schulen hatten.

Darüber hinaus sind etliche der H4 Empfänger schlicht zu alt für eine Ausbildung. Ich kenne das Altersgrenze nicht - aber da dürften so manche H4-Empfänger drüber sein.

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