Bahn-Strecke in Ostthüringen 600 Millionen Euro für Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung

Die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung kann kommen - trotz der Kostensteigerung von 300 auf 600 Millionen Euro. Die Strecke gilt als wichtige Ost-West-Verbindung.

Ein Intercity auf der Bahnstrecke Gera-Jena.
Das Thüringer Streckennetz wird weiter ausgebaut. (Archivfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Bahnstrecke Mitte-Deutschland-Verbindung kann auf dem Abschnitt Weimar-Gera-Gößnitz wie geplant elektrifiziert werden. Das teilte das Bundesverkehrsministerium am Montag mit.

Kosten für Bahn-Strecke verdoppelt

Laut Ministerium wurde das Bahn-Projekt noch einmal auf seine Wirtschaftlichkeit hin überprüft. Demnach erhöhen sich zwar die Kosten für die Elektrifizierung von 300 auf 600 Millionen Euro. Allerdings seien bei der Prüfung des Projekts auch andere Aspekte ausschlaggebend gewesen, wie etwa die Ziele, die Strecke in einen deutschlandweit abgestimmten Taktfahrplan einzubinden und mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern.

Umwelt soll auch profitieren

Berücksichtigt wurden laut Ministerium auch positive Auswirkungen auf die Umwelt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, die Mitte-Deutschland-Verbindung sei eine wichtige Ost-West-Strecke. Durch die Elektrifizierung könnten Züge künftig schneller, leiser, umweltfreundlicher und günstiger fahren. Trotz gestiegener Kosten könnten jetzt die nächsten Schritte bei der Entwurfs- und Genehmigungsplanung unternommen werden.

MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Februar 2022 | 19:00 Uhr

11 Kommentare

martin vor 32 Wochen

Die Erklärung ist eigentlich recht einfach: Das damalige Bahn-Management hat versucht die Vorgabe des Eigentümers 'Börsenfähigkeit' umzusetzen. Da spielen dann volkswirtschaftliche Anforderungen keine nennenswerte Rolle mehr.

.Alex vor 32 Wochen

Bahn sagt Elektrifizierung des Abschnitts Weimar - Gößnitz zu, - Was ist mit dem Teilstück Schmölln - Lehndorf? Ich denke,daß dieser Abschnitt mit zur "Mitte Deutschland verbindung" gehört! Denn zur Zeit fahren ja auch die Züge von Altenburg nach Erfurt mit Diesel!!

Harka2 vor 32 Wochen

@knarf2
Auf den Autobahnen zahlt der LKW Maut an den Staat, auf der Schiene nicht. Der Rückbau der Transportmöglichkeiten auf der Schiene war politisch gewollt. Das kann man nun nicht so einfach wieder kippen. Die meisten Bahnhöfe sind nur noch Haltepunkte. Es gibt keine Rangiermöglichkeiten, keine Güterverladung, keine Werksanschlüsse, keine Überholgleise mehr. Güterzüge können nur noch auf Ferntrassen fahren, da es auf regionalen Trassen für sie gar keine Abnehmer mehr gibt.

Niemand kann es sich leisten 2000 t - Güterzüge alle paar Kilometer abzubremsen und dann wieder zu beschleunigen, damit der Regionalexpress vorbeirauschen kann. All die vielen Logistikcenter kommen längst ohne Bahnanschluss aus und die Politik kassiert lieber LKW-Maut. Daran ändern sich auch Lippenbekenntnisse der Politiker nicht, denen Gendersternchen längst wichtiger sind als echte langfristige Lösungen für den Gütertransport.

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