Hydranten-Wirrwarr Zu wenig Löschwasser in Gera? Feuerwehr widerspricht Gerüchten

Wenn's brennt und die Feuerwehr alarmiert wird, kommt sie so schnell wie möglich. Doch wer sorgt eigentlich für das Löschwasser, mit dem die Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpfen? In Gera wird darüber seit Dezember diskutiert. Denn als es im Ortsteil Dürrenebersdorf brannte, machte das Gerücht die Runde, die Feuerwehr hätte zu wenig Löschwasser gehabt und nach Hydranten suchen müssen. Was ist dran an der Löschwasser-Debatte?

Feuerwehr-Schläuche
Schläuche für den Löscheinsatz: Wenn die Feuerwehr in Gera zu einem Brand ausrückt, hat sie bereits tausende Liter Löschwasser dabei. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Den 18. Dezember wird eine Familie aus Dürrenebersdorf bei Gera wohl nie vergessen: In der Nacht brannte ihr Wohnhaus trotz eines großen Feuerwehreinsatzes fast vollständig ab. Kaum war das Feuer gelöscht, flammte eine Diskussion auf: Es sei nicht schnell genug ausreichend Wasser zum Löschen da gewesen. Die Kameraden der Feuerwehr hätten die Hydranten erst suchen müssen, Ursache seien fehlende Pläne gewesen.

Diesen Vorwürfen widerspricht die Feuerwehr Gera entschieden: "Wir waren sehr verwirrt und sprachlos, denn wir haben noch nie das Problem gehabt, dass wir irgendwo ohne Wasser aufgetaucht sind, oder kein Wasser finden konnten", sagte Göran Kugel von der Feuerwehr dem MDR THÜRINGEN. Die Kameraden seien über die Meldungen nicht erfreut gewesen. 

MDR-Reporterin filmt die Löscharbeiten der Feuerwehr
Reporterin während Löscharbeiten: In Gera gebe es genügend Wasser zur Brandbekämpfung, betont die Feuerwehr. Bildrechte: MDR/Bodo Schackow

Feuerwehr hat tausende Liter Löschwasser an Bord

Wenn die Feuerwehr ausrückt, sind nach seinen Worten zwischen 2.000 und 4.000 Litern Löschwasser an Bord der Fahrzeuge. Das reicht, um den "Angriff" starten und bis zu zwölf Minuten konzentriert löschen zu können. Die neuen Strahlrohre können außerdem die Wassermenge besser dosieren, damit am Gebäude nicht mehr Schaden entsteht als unbedingt nötig. Die Standortpläne der Hydranten finden die Kameraden digital auf einem Tablet, das beim Einsatz mitgeführt wird. Doch wer ist eigentlich für das Löschwasser in Gera zuständig?

Laut Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz obliegt der Stadt Gera die Aufgabe des Brandschutzes. Hierzu hat die Stadt Gera insbesondere die Löschwasserversorgung sicherzustellen.

Auskunft des Zweckverbands Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal
Hydrant
Überflurhydrant zur Brandbekämpfung Bildrechte: Colourbox.de

Die Hydranten sind Eigentum des zuständigen Wasser- und Abwasserzweckverbandes. Die Feuerwehr darf sie aber zur Brandbekämpfung nutzen. In Gera pflegt das Amt für Brand- und Katastrophenschutz die Pläne für die Feuerwehr. Die Retter erfahren in ihrer App auch, ob es sich um einen Überflur- oder einen Unterflurhydranten handelt, und welche Wassermenge von dort abgenommen werden kann. Zur Unterscheidung: Überflurhydranten ragen meist gut sichtbar nach oben, während die Unterflurhydranten sich unter unscheinbaren Deckeln im Boden verbergen.

Für Spezialfälle wie das Theater, die Panndorfhalle oder große Industriegebäude gibt es besondere Einsatzmappen, wie Göran Kugel berichtet. In den Mappen seien alle Besonderheiten und auch die umliegenden Hydranten eingezeichnet.

Hydranten derzeit von Schnee bedeckt

An den Gerüchten scheint also nichts dran zu sein. Trotzdem hat das Landesverwaltungsamt in Weimar von der Stadt Gera und vom Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal eine Stellungnahme gefordert. Diese sind eingegangen und werden noch geprüft.

Im Moment plagen die Feuerwehr allerdings ganz andere Sorgen: Viele Hydranten sind von Schnee bedeckt oder werden zugeparkt. Im Brandfall wird es für die Feuerwehr deshalb schwer, schnell Nachschub für den Einsatz zu bekommen. Trotzdem ist den Rettern diese Botschaft wichtig: Es gebe immer genügend Löschwasser in Gera.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Februar 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Marcel Schauer vor 36 Wochen

Das heißt im Umkehrschluss, die Stadt Gera gibt das doppelte Geld aus, um zusätzlich zur Trinkwasser- auch die die Löschwasserversorgung bereitzustellen.
Merken Sie hoffentlich selbst, dass das haltlos ist, was Sie behaupten und völlig aus der Luft gegriffen.

Alternativ packen Sie doch mal bitte konkrete Fakten auf den Tisch, wo genau das nicht zutrifft! Würde mich ernsthaft interessieren. Ansonsten nehmen Sie sich folgendes zu Herzen:
"Wenn Du ein totes Pferd reitest, steig ab!"

Die Storry ist erzählt und der Sache dienliches wird dabei nicht mehr rum kommen - jede Wette! Die Theorie haben wir durchgekaspert und das einzige was ich zur Zeit im Netz nur noch an Kommentaren lese ist wirres Gesülze und dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Guten Tag!

Frank Baumann vor 36 Wochen

Das DVGW Regelwerk ist keine durch Gesetz, Verordnung, Satzung oder Verwaltungsvorschrift für verbindlich erklärte Vorschrift. Wird sich daran gehalten gilt die Trinkwasserverordnung diesbezüglich als eingehalten und ist man von der Haftung freigestellt. Da der Wasserzweckverband die Aufgabe der Löschwasserversorgung nicht hat, kann, muss er aber diesbezügliche Regeln nicht einhalten. Insbesondere kann sich die Stadt darauf nicht berufen, was sie aber versucht hat.

Marcel Schauer vor 36 Wochen

Die Verantwortung der Dokumentation liegt beim Netzbetreiber - hier Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal - und ist bestens.
Grundsätzlich ist die Stadt verantwortlich, aber zu 99,9% übernehmen diese Aufgabe Zweckverbände.

In dem Beitrag ist die Reaktion der Feuerwehr zu der Aussage zu lesen und die Aussage kann ich nur bekräftigen.

Ergo: Da gibt es nichts zu ändern!
"Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich."

LG Marcel

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