Stadtentwicklung Viele Projekte für den neuen Bauamts-Chef in Gera

Seit gut 100 Tagen ist Michael Sonntag als neuer Baudezernent in der Stadtverwaltung Gera im Amt. In dieser Zeit hat er sein Dezernat umgekrempelt, um es für die vielen Projekte fit zu machen. Sonntag will vor allem auch Doppelstrukturen vermeiden.

Geras Baudezernent Michael Sonntag auf der Galerie des Kultur- und Kongresszentrums
Baudezernent Michael Sonntag auf der Galerie des Kultur- und Kongresszentrums Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Am Geraer Zentrum scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite der sanierte Marktplatz mit dem historischen Rathaus, auf der anderen Seite Leerstand auf der Sorge. Ein schleichender Prozess, der mit dem Bau der Gera-Arcaden begann und mit dem Elster-Forum - jetzt Dix-Passage - fortgesetzt wurde. Damit ist das Zentrum eine der Großbaustellen, die auf den neuen Baudezernenten Michael Sonntag warten. Am 8. Januar ist er 100 Tage im Amt.

Für mich ist wichtig, dass die begonnenen Maßnahmen gut und termingerecht abgeschlossen werden. Darüber hinaus ist für mich die Entwicklung der Innenstadt sehr wichtig. Ich hoffe, dass wir hier einige wichtige Weichen stellen können.

Michael Sonntag

Die große Herausforderung: Verschiedene Positionen zusammenbringen. Gerade die Neue Mitte sorgt für Zündstoff. Das Konzept für die Neubebauung des zentralen Platzes zwischen Gera-Arcaden und Kultur- und Kongresszentrum wurde Mitte 2020 nach einem Architektenwettbewerb durch eine Jury ausgewählt. Trotzdem regt sich Widerstand gegen die Pläne. Viele Geraer wünschen sich eine grüne Mitte.

Das Kultur- und Kongresszentrum in Gera
Kultur- und Kongresszentrum in Gera Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Wir haben in Gera 8.000 leerstehende Wohnungen. Warum müssen dann in der Neuen Mitte 300 neue Wohnungen entstehen? Deshalb wollen wir, dass die Bebauungspläne nochmals ausgelegt und diskutiert werden.

Tilo Wetzel, SPD-Stadtratsfraktion Gera

Eine Belebung der Innenstadt ist auch das Ziel von Michael Sonntag. Er will die Neue Mitte und die obere Sorge parallel entwickeln. Die Neue Mitte sieht er als Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und den Gera-Arcaden.

Die 'Sorge' in der Innenstadt von Gera
Früher eine beliebte Einkaufsstraße: die "Sorge" Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Die Neue Mitte ist für mich das Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und den Gera-Arcaden. Bisher ist dieser Bereich allerdings nur Transitraum. Ich möchte hier eine Lösung, die von einer breiten Mehrheit getragen wird.

Michael Sonntag

Doch das Zentrum ist nicht die einzige Herausforderung für den neuen Baudezernenten. Als Stadtplaner ist er auch verantwortlich für den neuen Nahverkehrsplan. Auch hier: viele unterschiedliche Erwartungen in den Stadtrats-Fraktionen.

Der neue Nahverkehrsplan muss in diesem Jahr verabschiedet werden. Ein Schwerpunkt wird die Barrierefreiheit sein. Aber wir sind da auf einem guten Weg und wollen den Entwurf im Sommer im Stadtrat zur Diskussion stellen.

Michael Sonntag

Das Hin und Her bei der Beschaffung der neuen Straßenbahnen für die Verkehrsbetriebe hat gezeigt: Das Projekt "Nahverkehrsplan" könnte sich sehr schnell zum gordischen Knoten entwickeln. Das zu verhindern, wird viel Fingerspitzengefühl vom Stadtplaner verlangen. Und die Zeit drängt: Bis zum Jahresende muss der neue Nahverkehrsplan verabschiedet werden.

Der zentrale Umsteigepunkt an den Gera-Arcaden
Der zentrale Umsteigepunkt an den Gera-Arcaden Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Wie schnell Michael Sonntag die vielen neuen Projekte umsetzen kann, hängt auch von den Mitarbeitern in seinem Fachbereich ab. Hier herrscht seit Jahren Personalmangel. Mit dem wachsenden Altersdurchschnitt dürfte das Problem auch eher größer als kleiner werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Januar 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

DermbacherIn vor 11 Wochen

Michael Sommer ist beruflich für sein Amt qualifiziert, wenn das so weitergeht, wird die Stadt Gera bald Jena in seiner Stadtentwicklung überflügelt haben!

DermbacherIn vor 11 Wochen

@Lothar Thomas
Wieso sind sie nicht Baudezernent von Gera geworden?
Oder Kritisieren sie nur um des Kritisieren willen, egal wie unkonstruktiv ihre Kritik ist?
Kennen sie das OTZ Interview vom 18.01.2021 mit Michael Sonntag?

Lothar Thomas vor 11 Wochen

Mein Gott, was muss in Gera erst noch passieren, bis man endlich zu der Einsicht kommt, dass die alten Tatra-Bahnen schon soweit verschlissen sind, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich ist?

Muss so eine Bahn erst auf einer Kreuzung stehen bleiben und sich in ihre Einzelteile auflösen?

Dieses ewige Hickhack bringt doch die GVB erst noch richtig in Schieflage.

Leute in Gera, was habt ihr da bloß für Stadträte ins Amt gewählt?
Diese "Räte" sind doch einfach nur Kontraproduktiv für die Stadt.

Man sollte doch einmal prüfen, ob nicht irgendwelche Querverbindungen zu Schrotthändlern bestehen, die scharf sind auf die alten Bahnen und die Gleise.

Die Straßenbahn in Gera hat doch schon langsam einen Museumscharakter.

Ersatzteile für die Bahnen werden schon längst nicht mehr hergestellt.
Da muss Alles in Sonderfertigung gemacht werden.

Nun ja, wer zu viel Geld hat, verbrennt es eben bei Oldtimern.

Selbst in Naumburg hat man erkannt, wie Dumm die Stilllegung der Tram war.

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