Rechtsextreme Hooligan-Szene Staatsanwalt plädiert für Haftstrafen im "Jungsturm"-Verfahren

Die vier im "Jungsturm"-Prozess angeklagten Fußball-Fans sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen erhalten. Die Männer sollten für jeweils drei bis viereinhalb Jahre ins Gefängnis, weil sie Mitglieder einer kriminellen Vereinigung seien und als solche Gewalttaten verübt hätten, sagte der Staatsanwalt am Mittwoch in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Gera. Ausführlich begründete er, dass der sogenannte "Jungsturm" aus Sicht der Ermittler eine Gruppierung ist, die das Ziel hat, Straftaten zu begehen.

Gruppierung gewaltbereiter rechtsextremistischer Fußballfans

Die Staatsanwaltschaft Gera sieht es als erwiesen an, dass die 21 bis 29 Jahre alten Angeklagten Mitglieder des "Jungsturms" sind – einer Gruppierung aus dem Umfeld des FC Rot-Weiß Erfurt, in der sich gewaltbereite und rechtsextremistische Fußballfans gesammelt haben sollen. Als solche haben sie nach Überzeugung der Ermittler Übergriffe auf Fans des FC Carl Zeiss Jena etwa an den Bahnhöfen von Saalfeld und Gotha in den Jahren 2018 und 2019 verübt. Auch sollen sie sich mit anderen Hooligans zu Schlägereien verabredet haben.

Umfangreiche Ermittlungen gegen die Gruppierung

Die Angeklagten haben die ihnen vorgeworfenen Taten teilweise eingeräumt. Allerdings ist die Beweislast gegen sie auch erdrückend. Die Polizei hatte gegen die Gruppierung umfangreich ermittelt. Unter anderem waren die Telefone von mutmaßlichen oder tatsächlichen "Jungsturm"-Mitgliedern und -Sympathisanten abgehört worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Februar 2021 | 18:00 Uhr

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