Hooligans Rechtsextreme Szene: Urteil im "Jungsturm"-Prozess gefallen

Der selbsternannte "Jungsturm" gilt als Sammelbecken für Hooligans. Einige der gewaltbereiten Mitglieder der Gruppe sollen andere Fußball-Fans attackiert und sich zu Schlägereien verabredet haben. In Gera ist nun ein Urteil gefallen.

Angeklagter und Justizbeamte
Einer der Angeklagten zu Prozessbeginn im November 2020 in Gera. (Archivbild) Bildrechte: THJ

Das Landgericht Gera hat eine Gruppierung namens "Jungsturm" aus dem Umfeld des Fußballclubs Rot-Weiß Erfurt als kriminelle Vereinigung eingestuft. In ihrem am Donnerstag verkündeten Urteil stellt die zuständige Staatsschutzkammer fest, gemeinsames Ziel sei die Begehung von Straftaten gewesen. Was die Mitglieder verbinde, sei ihre Faszination für Gewalt und ihre rechtsextreme Gesinnung, sagte der Vorsitzende Richter. Die Gesinnung aber spiele für das Urteil keine Rolle.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Die Kammer verurteilte drei der vier Angeklagten wegen ihrer Mitgliedschaft beim "Jungsturm" sowie gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise zwei Jahren und sechs Monaten. Beim vierten Angeklagten wurde Jugendstrafrecht angewandt. Er erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zur Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwaltschaft forderte höhere Strafen für "Jungsturm"

Die Staatsanwaltschaft hatte höhere Haftstrafen von drei und viereinhalb Jahren gefordert. Sie sieht es als erwiesen an, dass die 21 bis 29 Jahre alten Angeklagten Mitglieder des "Jungsturms" sind - einer Gruppierung aus dem Umfeld des FC Rot-Weiß Erfurt, in der sich gewaltbereite und rechtsextreme Fußballfans gesammelt haben sollen.

Als solche haben sie nach Überzeugung der Ermittler Übergriffe auf Fans des FC Carl Zeiss Jena etwa an den Bahnhöfen von Saalfeld und Gotha in den Jahren 2018 und 2019 verübt. Auch sollen sie sich mit anderen Hooligans zu Schlägereien verabredet haben. Die Angeklagten hatten die ihnen vorgeworfenen Taten teilweise eingeräumt.

Ich brauche keinen Sachverständigen, um festzustellen: Wenn es da dumm läuft, gibt es Tote.

Vorsitzender Richter

Gerade die Beteiligung der Männer an Hooligan-Schlägereien wertete das Gericht schwer. "Ich brauche keinen Sachverständigen, um festzustellen: Wenn es da dumm läuft, gibt es Tote", sagte der Vorsitzende Richter. Auf Videoaufnahmen von den Kämpfen ist zu sehen, wie einzelne der Angeklagten bei solchen Auseinandersetzungen Gegner, die schon am Boden liegen, gegen den Kopf schlagen und treten oder sogar auf deren Kopf springen.

Verteidiger hatten Bewährungsstrafen verlangt

Die Verteidiger hatten deutlich niedrigere Strafen für die Angeklagten verlangt. Die Anwälte von drei der vier Angeklagten forderten am Donnerstag kurz vor der Urteilsverkündung während ihrer Plädoyers Haftstrafen von jeweils einem Jahr bis einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Der Verteidiger des 21-jährigen Angeklagten hatte für seinen Mandanten die Anwendung von Jugendstrafrecht und eine Bewährungszeit für ihn verlangt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 25. Februar 2021 | 17:30 Uhr

48 Kommentare

Micky Maus vor 33 Wochen

""Sie haben keinerlei Belege für ihre Behauptungen.."
Oh doch, das Internet vergisst nicht."

Dann her damit, konfrontieren sie mich mit Fakten! ☝️

Warum tun sie es nicht, wir warten alle ganz gespannt. Also wir, die Forenteilnehmer hier! 😂😂😂😂

JanoschausLE vor 33 Wochen

Sonnenseite,jetzt Volksverpetzer,
".. Ich habe nie derartiges geschrieben und was heißt denn "nicht nur hier"
Vergessen Sie rasch, was Sie so alles niederschreiben?

"Sie haben keinerlei Belege für ihre Behauptungen.."
Oh doch, das Internet vergisst nicht.

".. und der MDR veröffentlicht das auch noch ständig.. "
Da können Sie mal sehen, dass Ihnen die freie Meinungsäußerung ja doch gewährt wird. Ein "Staatssender" würde da einiges krudes von Ihnen nicht durchreichen.

JanoschausLE vor 33 Wochen

Warum dem mdr melden? Die Redaktion liest Ihre Beiträge und gibt sie frei.
Sie nutzen diese Plattform zu Ihrer freien Meinungsäußerung, nur, Sie müssen dann damit rechnen, dass Sie dann auch mit anderer Meinung konfrontiert werden. Die dann sogar zuallermeist mit tatsachenbelegt en Argumenten die Ihrige widerlegen. Wenn Sie trotzig immer noch bei Ihrer Meinung bleiben, Ihre Entscheidung. Mir wäre es nur noch peinlich, aber, ich bin ja nicht Sie. Als Boxer oder Kampfsportler, wie Sie von sich behaupten, sowas bleibt ja leider oft genug nicht folgenlos. Ebenso, wenn Sie oft genug Fragen zu Dingen haben, die in den jeweiligen Artikeln aber schon beantwortet sind, da stelle ich mir die Frage, haben Sie den jeweiligen Artikel nicht gelesen oder einfach nicht verstanden.

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