Gesundheit In Thüringer Kliniken werden einige Medikamente knapp

In den Thüringer Krankenhäusern werden Medikamente knapp. Bestimmte Arzneimittel sind vollständig vergriffen. Eine bundesweite Arbeitsgruppe sucht nach Lösungen.

Medikamente in einem Regal
Einige Medikamente sind in Thüringer Kliniken und Apotheken Mangelware. Bildrechte: dpa

Die Krankenhäuser in Thüringen kämpfen mit Lieferausfällen bei einigen Arzneimitteln. Bereits jetzt sei der Ibuprofen-Fiebersaft aus, sagte der Chefarzt der Kinderklinik in Gera, Lutz Hempel. Der Saft wird nur in Indien produziert und bei Kindern als fiebersenkendes Medikament eingesetzt.

Ein weiterer Engpass werde bei einem Medikament für Schlaganfallpatienten erwartet, hieß es in Gera bei einer Gesprächsrunde mit Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Der einzige deutsche Hersteller für das zur Behandlung benötigte Lyse-Mittel habe angekündigt, dass seine Produktionskapazitäten nicht mehr ausreichten, um den Bedarf zu decken.

Preisanstieg bei Medikamenten

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Werner ist die Situation in den anderen Kliniken in Thüringen ähnlich. Sie verwies auf eine bundesweite Arbeitsgruppe, die nach Wegen aus der Medikamentenkrise sucht. Die Chefin der Geraer Krankenhausapotheke, Manuela Pertsch, sprach davon, dass die Preise bei Medikamenten und medizinischem Material gestiegen seien.

Wir haben momentan eine Quote von etwa 10 Medikamenten pro Woche, die nicht lieferbar sind. Wo eine alternative Situation geprüft werden muss. Das ist ein enormer Aufwand, den wir jetzt zusätzlich leisten müssen. Und der nicht finanziert ist.

Manuela Petsch MDR THÜRINGEN JOURNAL

Die Preise hätten sich allein seit Beginn des Krieges in der Ukraine um bis zu zehn Prozent erhöht. Laut Pertsch wird der Mehraufwand aber von den Krankenkassen bisher nicht übernommen. Die Krankenhausapotheke in Gera hält etwa 6.000 Medikamente vor und versorgt damit auch Kliniken und Medizinische Versorgungszentren in Altenburg, Zeitz und Naumburg.

MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Juli 2022 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

MDR-Team vor 18 Wochen

In diesem Artikel geht es um die Medikamentenknappheit in Thüringer Kliniken. Bitte konzentrieren Sie sich darauf auch in der Diskussion.

Zur Erhöhung der Krankenkassenbeiträge können Sie sich in diesem unserem Artikel informieren: https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/corona-beitraege-gesetzliche-krankenkassen-steigen-100.html

sorglos vor 18 Wochen

Nein, nicht nur in den Kliniken werden die Medikamente knapp - auch die Apotheken sind schlimmer dran als zu DDR Zeiten. Es fehlen: Elotrans, Oralpädon, Nurofensaft, Paracetamolsäfte (für Kinder wichtig!), Digitoxin, Kamillan (!!!), Buscopan, einige Antibiotica, Movicol (lach!), Nasensprays 0,5% auf breiter Front, Rudotel, einige Statine und und und. Es gibt A4 Seiten lange Listen. Das GMG und das AMNOG (wer war denn da Regierung - klar, SPD und Grüne) waren vor Jahren der Anfang einer unsäglichen Verlagerung unserer qualitativ hochwertigen pharmazeutischen Industrie ins Ausland. Es wird Zeit, die Verantwortlichen, die heute in hoch dotierten Positionen sitzen, zu Talk shows rennen etc. pp. exakt zu benennnen! Hoch wirksame Medikamente wurden vom Markt gedrängt, Nachzulassungen kosteten 6 stellige Summen. Und jetzt haben wir keinen Fiebersaft mehr für die Kinder - wo leben wir eigentlich?

Professor Hans vor 18 Wochen

Globalisierung und Beteiligung am Krieg um die Ukraine tragen ihre Früchte. Das sind die Konsequenzen einer Mensch-und Zukunftsfeindlichen Politik. Das schlimmste ist das die handelnden Personen in demokratischen Wahlen und nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen sind. Deswegen ist es zwingend erforderlich das die Nichtwähler endlich sich einbringen damit sich diese den Menschen und unserem Land schadente Politik ändert. Die Ausbeutung von sogenannten Entwicklungsländern wegen pharmazeutischen Produkten, Rohstoffen etc. muss ein Ende finden. Waffexporte, Kriegseinsätze produzieren Engpässe bei Medikamenten, Nahrung und führen zu weltweiten Flüchtlingsströmen.

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