Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben

"Neustart Kultur"Kulturtage in Gera beendet: Vielfalt der Veranstaltungen macht Lust auf mehr

von Marian Riedel, MDR THÜRINGEN

Stand: 23. August 2021, 20:50 Uhr

Vier Wochen lang war in Geras City richtig was los. Und das hat manchen in der Stadt doch überrascht. Kein Wunder, denn Gera hatte kurzfristig Glück gehabt mit der Bewerbung um Fördermittel vom Bund.

"Mit dem Geld sollten die eine neue Chance bekommen, die durch Corona so lange ausgebremst worden waren". Simone Dake, Kulturmanagerin aus Leipzig und Co-Organisatorin der Kulturtage in Gera, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Programm "Neustart Kultur" ist. Der Bund hatte um Bewerbungen aus ganz Deutschland gebeten. Gera hatte Glück, andere bekamen nichts ab.

Simone Dake und Geras Kulturamtsleiterin schmiedeten in nur zehn Tagen ein Programmangebot - für Kulturtage, von denen die Geraer da noch gar nicht ahnen konnten, wie bunt sie sein würden.

Künstler aus verschiedenen Genres

Am 23. Juli waren es wohl deshalb auch nur wenige Zuhörer, die zur ersten Veranstaltung an der Puppenbühne kamen: Dort gab es eine Lese-Zeit. Und noch in der gleichen Woche waren auf dem Markt Künstler verschiedener Genres auf einer Kleinkunstbühne zu sehen. Zum Teil mit echt großen Nummern - wie Ausschnitten aus dem Leipziger Krystall-Palast-Programm.

Nun, vier Wochen später, sind sich Macher wie Zuschauer einig: Das war ein echter Gewinn für Gera. Mit 196.400 Euro vom Bund konnte die Stadt sich zusätzlich zum eigenen Sommer-Kultur-Angebot noch rund 60 Auftritte von Künstlern leisten. Was die Geraer dazu sagen? "Gut ist auch, dass das kostenfrei ist," so eine Frau.

Ein junger Mann meint: "Das Spannende war, dass man halt nicht wusste, was einen erwartet. Es waren viele Künstler, die man sich vielleicht so gar nicht angeguckt hätte." Und eine Dame, die im Liegestuhl einem Musiker lauscht, erklärt: "Ich find‘s schön, dass das der Bund so was finanziert."

Neustart-Programm sollte bei Künstlern ankommen

Rundweg zufrieden ist Claudia Tittel. Die Kulturamts-Chefin ist froh, dass beim Geldgeber Bund von Anfang an nicht allein auf Besucherzahlen geschielt wurde. Wichtiger sei etwas anderes gewesen, sagt Frau Tittel. "Dieses Neustart-Programm sollte wirklich bei den KünstlerInnen ankommen. Und ich denke, das haben wir wirklich geschafft. Und das ist ganz toll."

Ja, natürlich sei sie froh gewesen, dass bei den Konzerten zum Abschluss vor dem Haus der Kultur immer mehrere Hundert Gäste da waren. Andererseits hätten es wegen der Hygieneauflagen gar nicht mehr als 999 sein dürfen. Ein Ordnungsdienst war deshalb auch im Einsatz, achtete auf die Einhaltung der grundlegenden Hygieneregeln.

Kulturamts-Chefin Claudia Tittel konnte 196.400 Euro vom Bund einsetzen – für die Kulturtage Gera. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Organisatorin Simone Dake erinnert sich, dass es anfangs gar nicht so klar war, ob das Programm zu stemmen sei. Denn viele aus der Unterhaltungsbranche hätten erst Existenzsorgen gehabt. Und hätten dann Verpflichtungen in ganz anderen Arbeitsbereichen nachgehen müssen. Am Ende aber fanden die Kulturtage-Macher doch die Bands und Solisten, die Tonmeister, Beleuchter und Bühnentechniker für diesen "Neustart Kultur" in Gera.

Geraer haben Lust auf Veranstaltungen

Was bleibt? Die Hoffnung der Kulturschaffenden, dass sie wieder besser ins Geschäft kommen. Die Lust der Geraer, wieder regelmäßig Veranstaltungen besuchen zu können. Und die Fragen, ob nicht dieses oder jenes aus dem Angebot der letzten vier Wochen auch länger möglich wäre.

Ganz konkret hat es offenbar vielen Passanten in der City gefallen, dass ein paar leere Läden plötzlich nicht mehr mit ihren Schaufenstern hässlich ins Stadtbild gähnen. "Lost Shops" hieß das, was sechs Künstler stattdessen in die Schaufenster brachten: Video-Installationen, Filmclips, Hingucker.

So etwas wünschen sich viele Geraer auch weiterhin.  

Mehr Nachrichten aus Gera

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. August 2021 | 19:00 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen