Gera Mann und seine Freundin sollen Zweijährige missbraucht haben - Angeklagter gesteht

Im Prozess um sexuellen Missbrauch von Kleinkindern ist ein Angeklagter teilweise geständig. Dem 32-Jährigen und einer 21-Jährigen wird vorgeworfen, die Handlungen gefilmt zu haben. Der Prozess am Geraer Landgericht war zeitweise unterbrochen worden. Neue Ergebnisse hatten zur Mitanklage der jungen Frau geführt. Beide haben ein gemeinsames Kind. Der Mann gestand nun, auch Ex-Freundinnen zum Missbrauch angestiftet zu haben.

Sie sind selbst Eltern und sollen beide gemeinsam ein kleines Mädchen sexuell missbraucht und sich dabei auch gefilmt und fotografiert haben: Ein 32-Jähriger und eine 21-Jährige müssen sich deswegen seit Freitag vor dem Landgericht Gera verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, in ihrer Beziehung zwischen 2017 und 2020 die kleine Nichte der Angeklagten mehrfach sexuell missbraucht und davon Fotos und Videos gemacht zu haben. Das Kind war zu Beginn der vorgeworfenen Taten erst zwei Jahre alt.

Der 32-Jährige legte zum Auftakt des Prozesses ein Geständnis ab. In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung räumte er ebenfalls ein, zuvor bereits zwei junge Frauen - beide ehemalige Lebensgefährtinnen des Angeklagten, die inzwischen rechtskräftig verurteilt sind - zum Missbrauch von Babys angestiftet zu haben und dies zu filmen. Er wolle die Verantwortung für seine Handlungen übernehmen und entschuldige sich, ließ der gelernte Verkäufer und zweifache Vater wissen. Bei den aktuellen Vorwürfen bestritt der 33-Jährige jedoch Umfang und Schwere der Taten.

Angeklagter belastet Mutter seines Kindes

Mit seiner Erklärung belastete er zugleich die 21 Jahre alte Kinderpflegerin, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Sie habe die gleichen sexuellen Vorlieben gehabt, seine Fantasien gekannt und sich nicht daran gestört. Der jungen Frau wird in dem jetzigen Verfahren auch Falschaussage vorgeworfen.

Sie hatte im vergangenen Jahr in dem Prozess wegen der im Jahr 2016 missbrauchten Babys als Zeugin ausgesagt, nichts von den Neigungen ihres Freundes gewusst zu haben. Während der damaligen Verhandlung gab es erneut eine Durchsuchung in der gemeinsamen Wohnung des Paares, bei der Bilder und Videos sichergestellt wurden.

Landgericht Gera: Prozess wegen neuer Ermittlungen unterbrochen

Das Verfahren gegen den Angeklagten wurde daraufhin im vergangenen November unterbrochen. Die Ermittlungen führten zu dem jetzigen Prozess, in dem nun alle Tatvorwürfe zusammen neu verhandelt werden und auch die 21-Jährige angeklagt ist. Ihre Verteidigung kündigte für Angang August an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen.

Videomaterial bringt Kripo-Forensiker an "Belastungsgrenze"

Zu den Gerichtsakten gehören auch drei Ordner mit knapp 1.800 Seiten von Chatverläufen. Am ersten Verhandlungstag hat das Gericht auch einige der sichergestellten Videodateien gesichtet. Ein Forensiker der Kriminalpolizei sagte im Zeugenstand aus, die Vielzahl der Bilder und Videos habe ihn selbst an seine Belastungsgrenze gebracht.

Beide Angeklagte sitzen derzeit in Untersuchungshaft. In dem Prozess sind bis September noch sieben weitere Verhandlungstage anberaumt. Der Vorsitzende Richter wies daraufhin, dass im Falle der Verurteilung des Angeklagten auch eine Sicherungsverwahrung in Betracht kommen könnte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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