Bahnnetz Stadt Gera drängt auf Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung

Das Nein der Thüringer Landesregierung für die Bereitstellung von Geldern zum Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung stößt in Gera auf Kritik. Für die Stadt bedeutet es einen Rückschlag jahrelanger Bemühungen.

Ein roter Nahverkehrszug
Für die Stadt Gera bedeutet der Nichtausbau einen Rückschlag für Fern- und Güterverkehr. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Die Stadt Gera drängt auf den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung. Michael Sonntag, Leiter des Bau-Dezernats, sagte, die künftige Wettbewerbsfähigkeit von Gera und Ostthüringen hänge vom modernen Schienenverkehr ab.

Ramelow weist Kritik zurück

Er kritisierte das Nein der Thüringer Landesregierung, 180 Millionen Euro für den Ausbau der Verbindung bereitzustellen. Das bedeute für Gera einen empfindlichen Rückschlag jahrzehntelanger Bemühungen um eine bessere Anbindung Ostthüringens an den Fern- und Güterverkehr.

Ministerpräsident Bodo Ramelow wies die Kritik zurück. Thüringen könne kein Geld für die Infrastruktur des Bundes zur Verfügung stellen, schrieb Ramelow beim Kurznachrichtendienst Twitter. Dass Gera, Jena oder der Fahrgastverband Pro Bahn den Ausbau erwarten, teile die Landesregierung ausdrücklich.

Kosten für zweites Gleis zu hoch

Bei der Mitte-Deutschland-Verbindung handelt es sich um eine etwa 115 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Weimar, Gera und Gößnitz. Die soll durchgängig elektrisch und zweigleisig ausgebaut werden. Die Elektrifizierung steht nicht in Frage, allerdings sind die Kosten aus Sicht des Landes Thüringen für ein zweites Gleis auf zwei Abschnitten zwischen Jena und Gera nicht finanzierbar.

Zudem soll der Fernverkehr dort enger getaktet werden. Unklar ist, wer die Kosten für den Ausbau übernimmt. Gera setzt sich nach Angaben der Stadt seit den 1990er-Jahren dafür ein.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 20. August 2021 | 17:30 Uhr

16 Kommentare

martin vor 5 Wochen

Ich gehe mit, dass das Land in der Vergangenheit (und damit meine ich nicht nur die Regierungszeit unseres jetzigen MP) mehr für die Schieneninfrastruktur hätte tun können. Aber erstens ist es ja nicht so, dass das Land gar nichts voran gebracht hätte (ich erinnere beispielsweise an den Rennsteig) und zweitens hat Ihre Argumentation m.E. wenig mit dem Ausbau der MDV zu tun.

martin vor 5 Wochen

Die Fahrplankonstrukteure brauchen meiner Meinung weniger einen Kurs in der Schweiz, sondern eine Vorgabe von oben wie in der Schweiz, sprich: "Taktung" und "Anschlüsse" erhalten die höchste Priorität und nicht die Minimierung der Fahrzeiten auf Teufel komm raus auf den "Rennstrecken".

Allerdings ist das mit der Übertragbarkeit der vorbildlichen Schweizer-Taktung (das geht dort bis zu den Fährschiffen) auf D auch nicht nur ein Problem der politischen Vorgabe, sondern auch eines der Größe. Die Komplexität der Gesamtschweiz dürfte schon in einzelnen S-Bahn-Großräumen (Rhein-Ruhr) erreicht sein ....

Ein "paar km" Eingleisigkeit können durchaus ein Problem darstellen. Wonach soll die Trassennutzung optimiert werden? Entweder nach einer möglichst hohen Auslastung der Trasse oder danach, dass die (über-) regionalen Abstimmungen funktionieren? Letzteres geht dann zu Lasten der Trassenkapazität.

Lobedaer vor 5 Wochen

Fernverkehr ist Bundesangelegenheit, Nahverkehr ist Sache der Länder. Schaut man sich den Geraer Fahrplan an, so fahren z.B. am Montag 130 Nahverkehrszüge und ganze 3 ICs ab (6:04, 12:04 und 18:04). Dummerweise fahren zur gleichen Zeit auf dem gleichen Gleis auch drei RE51 nach Erfurt ab, der auch die gleichen Abfahrts- und Ankunftszeiten wie der IC hat. Das ist wohl der gleiche Zug, der auf der Strecke offensichtlich dem Nahverkehr dient. Worauf der Bund dies für eine reine Nahverkehrsstrecke hielt und den Ausbau ablehnte. In Thüringen gibt es Erfurt, Erfurt, nochmals Erfurt... Der Rest soll mit Bummelzügen nach Eufurt zuckeln und dort umsteigen. Ggf. kommen nach Eisenach und Halle/Leipzig in Frage. Nach Osten geht's nur von Erfurt/Halle/Leipzig über Riesa/Wittenberg nach Dresden oder Berlin, nicht über Jena, Gera und Chemnitz. So ist das Konzept, von Bürokraten entworfen...

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