Gerichtsprozess Mordprozess in Gera: Mann soll Partnerin totgeprügelt haben

Bereits im Dezember 2019 soll der Angeklagte mit einer Axt auf auf seine Partnerin eingeschlagen haben. Ende Juni 2020 soll der 43-Jährige sie mit Fausthieben und Tritten lebensgefährlich verletzt haben. Nun hat der Prozess vor dem Landgericht Gera begonnen.

Ein 43 Jahre alter Mann muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Gera verantworten, weil er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seine Partnerin im Juni 2020 brutal zu Tode geprügelt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Deutschen Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll mehrfach mit erheblicher Kraft insbesondere auf den Kopf und den Brustkorb der Anfang 30-Jährigen geschlagen haben. Am nächsten Tag habe die Frau über starke Kopfschmerzen geklagt.

Mann ruft Rettungsdienst zu spät

Ein Rettungsdienstler schildert die Verletzungen der Frau als schwerwiegend. Neben "massiven Gesichtsfrakturen" seien am Körper der Frau blaue Flecken zu sehen gewesen, die mehreren Zeiträumen zuzuordnen waren.

Laut Anklage soll der Mann den lebensbedrohlichen Zustand der Frau zwar erkannt, aber den Rettungsdienst erst gerufen haben, als er keinen Atem und Puls mehr wahrnahm. Reanimationsversuche waren erfolglos.

Frau mit Axt attackiert

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte die Frau über lange Zeit eingeschüchtert und zu kontrollieren versucht. Immer wieder sei er dabei besonders aggressiv vorgegangen. Bereits ein halbes Jahr zuvor soll er mit einer Axt die Frau attackiert haben und sie mit dem Kopf gegen einen Holzklotz geschlagen haben, so die Staatsanwaltschaft.

Nach der Verlesung der Anklage kündigte die Verteidigung an, dass der 43-Jährige sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern wolle. Angaben wolle er zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Tat kein Einzelfall

Es klingt wie ein schlimmer Einzelfall, doch das ist er nicht. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet, wie Statistiken des Bundeskriminalamts zeigen. Frauen aus allen Sozial- und Bildungsschichten sind von Gewalt betroffen. Männer aus allen Bildungs- und Sozialschichten können gewalttätig werden.

Seit dem ersten Corona-Lockdown 2020 wird in Deutschland vor einem Anstieg von Gewalt gegen Frauen gewarnt. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016) ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben - genauso wie für Nachbarn, Freunde oder Familienangehörige.

Prozess wird im April fortgesetzt

Für den Prozess sind zunächst fünf weitere Verhandlungstage bis zum 29. April angesetzt. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht eine lebenslange Haftstrafe. Eine Verurteilung wegen Totschlags könnte dem Angeklagten laut Strafgesetzbuch mindestens fünf Jahre Haft einbringen.

Bei einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe «nicht unter drei Jahren» vor, in minder schweren Fällen ein Jahr bis zu zehn Jahre.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. März 2021 | 19:00 Uhr

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