Nach Kontrolle "Gefahr für Gesundheit und Leben": Strandbad Gera-Aga bleibt vorerst geschlossen

Rund zwei Wochen nach einem tödlichen Unglück wurde das Strandbad in Gera-Aga geschlossen. Es gibt mehrere erhebliche Sicherheitsmängel.

Nach einer Kontrolle durch das Ordnungsamt war das Strandbad in Gera-Aga am Donnerstag umgehend geschlossen worden. Grund sind nach Angaben der Stadt Sicherheitsmängel.

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, fehlen genügend Rettungsmittel wie Ringe oder Boote. Außerdem ist den Angaben nach zu wenig Personal zur Aufsicht der Badegäste im Einsatz.

Es besteht Gefahr für Gesundheit und Leben.

Ordnungsamt Gera

Es besteht Gefahr für Gesundheit und Leben, hieß es aus dem Geraer Ordnungsamt. Somit sah sich die Stadtverwaltung eigenen Angaben nach gezwungen, das Bad sofort und bis auf Weiteres zu schließen.

Kein Bademeister, zu wenig Rettungsringe

Bei einer Kontrolle Ende Juni war keine Aufsicht am Wasser, während mindestens sieben Gäste baden waren. Der Unterstand für das Aufsichtspersonal sei sogar verschlossen gewesen, heißt es weiter. Im gesamten Strandbad, das sich mit mehreren Stegen und Badestellen auf etwa 300 Metern verteilt, fand das Ordnungsamt nur einen Rettungsring und ein Boot.

Erst wenn der Betreiber entsprechend nachrüstet und wieder genug Personal da ist, darf das Strandbad wieder öffnen. Der Betreiber habe jedoch gegenüber der Stadt erklärt, dass es kurzfristig nicht möglich sei, alle Auflagen zu erfüllen. Hinweise darauf, dass Sicherheitsmängel bestehen, hatten Gäste an die Stadt gemeldet.

Junge tot im Wasser gefunden

Der tragische Tod eines Zehnjährigen in dem Bad sei bei der Beurteilung ebenfalls berücksichtigt worden, erklärte die Stadt. Vor rund zwei Wochen war in dem Strandbad ein zehnjähriger Junge tot aus dem Wasser geborgen worden. Nach ersten Erkenntnissen waren akute gesundheitliche Probleme die Ursache für den Tod des Kindes.

Polizeitaucher suchen an einem Badesee nach einem vermissten Kind.
Mitte Juni entdeckten Polizeitaucher einen toten Jungen im Geraer Strandbad Aga. Bildrechte: MDR/Björn Walther

Es hieß, es seien weitere Untersuchungen nach dem Unglück nötig, um die genauen Umstände ermitteln zu können. Ein Fremdverschulden werde jedoch ausgeschlossen.

Badeverbot und erotische Treffen

Bereits im vergangenen Juli hatte es für kurze Zeit ein Badeverbot im Strandbad Aga gegeben. Der Grund war eine vermehrte Bildung von Blaualgen. Weil eine Gesundheitsgefahr für die Badegäste nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Bad für rund eine Woche geschlossen.

Im vergangenen Sommer geriet das Strandbad in die Schlagzeilen, weil bei zwei Veranstaltungen jeweils weit über hundert Personen ein Gelände am Strandbad für erotische Treffen genutzt hatten.

In der Region Gera gibt es weitere Freibäder in Gera-Kaimberg, in Bad Köstritz, in Ronneburg, in Weida oder als Naturbad in Münchenbernsdorf. Eine Karte mit allen geöffneten Freibädern in Thüringen hat der MDR unter diesem Link zusammengetragen:

MDR (kg/cfr/rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Juni 2022 | 20:00 Uhr

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