Justiz Prozessbeginn in Gera: 41-Jähriger soll Frau erwürgt haben

Ein Mann soll eine Bekannte in deren Wohnung in Greiz nach einem Streit erwürgt haben. Die Frau war zuvor mit einem Hammer auf den 41-Jährigen losgegangen. Nun hat in Gera der Prozess gegen ihn begonnen.

Angeklagter im Prozess um Freiheitsberaubung in Pößneck im Landgericht Gera.
Für den Prozess sind am Landgericht Gera bisher sieben Verhandlungstage angesetzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein 41-jähriger Mann muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Gera wegen Totschlags verantworten. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau in einer Greizer Wohnung erwürgt zu haben. Der Angeklagte will sich zu einem späteren Zeitpunkt zur Tat äußern. Das ließ der 41-Jährige am ersten Verhandlungstag über seinen Verteidiger erklären.

Schwere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Laut Staatsanwaltschaft soll er im Februar eine 60 Jahre alte Bekannte in deren Wohnung nach einem Streit erwürgt haben, nachdem diese mit einem Hammer auf ihn losging. Er habe beim Würgen erkannt, dass sie sterben würde - und trotzdem weitergemacht.

Dem gelernten Tischler wird Totschlag vorgeworfen. Beide sollen zuvor Alkohol konsumiert haben. Die Anklage geht derzeit davon aus, dass sich der Alkoholkonsum nicht schuldmindernd auswirkt.

Leiche zwischen Bierdosen und Schnapsflaschen

Während der Angeklagte am ersten Prozesstag zunächst zu den Vorwürfen schweigen wollte, rekonstruierte das Gericht die Nacht anhand von Polizeiprotokollen und Notrufaufzeichnungen. Er selbst habe den Notruf gewählt und angegeben, die Frau sei im Laufe eines Streits an einem Herzinfarkt gestorben.

Auf Fotos war zu sehen, wie die Leiche der 60-Jährigen zwischen leeren Bierdosen und Schnapsflaschen auf dem Boden der kleinen Einzimmerwohnung lag - neben ihr ein Hammer. 

Verdächtiger noch in derselben Nacht festgenommen

Beim Eintreffen der Polizei sei der Mann nervös gewesen, ein Atemalkoholtest habe 2,69 Promille angezeigt. Dabei sollen Sätze gefallen sein wie: "Ich bin Soldat, ich lasse mich nicht so behandeln, ich will noch meine Flasche austrinken."

Noch in derselben Nacht sei er festgenommen worden. Auch zwei Blutentnahmen seien veranlasst worden, die rund fünf Stunden nach dem Notruf Werte von jeweils über zwei Promille anzeigten. Die Ärzte im Krankenhaus hätten aber keine äußeren Anzeichen von Alkoholeinfluss erkannt.

Für den Prozess sind bisher sieben Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung wegen Totschlags drohen dem Mann mindestens fünf Jahre Haft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 19. Oktober 2021 | 12:30 Uhr

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