Nach brutalem Messerangriff Bundesgerichtshof hebt Urteil des Landgerichts Gera auf

Im Februar 2020 hat ein betrunkenes Trio drei Menschen in Gera angegriffen und teils schwer verletzt. Nun hat der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts Gera gegen einen der Angeklagten aufgehoben. Der Fall muss nun neu verhandelt werden.

Hand mit Messer
Mit einem Messer sind zwei der drei Opfer schwer verletzt worden. Bildrechte: Colourbox.de

Nach einem brutalen Messerangriff vor anderthalb Jahren auf offener Straße in Gera hat der Bundesgerichtshof (BGH) die fünfjährige Jugendstrafe für einen der drei Angeklagten aufgehoben. Die Entscheidung fiel bereits am 11. Mai. Das Landgericht Gera hatte den 15-jährigen Syrer im Juli vergangenen Jahres wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Dagegen war er in Revision gegangen.

Im Februar 2020 hatte das betrunkene Trio drei Menschen attackiert und dabei zwei der drei Opfer schwer mit einem Messer im Gesicht verletzt. Ein couragierter Retter hatte Schlimmeres verhindert und dafür die Ehrenurkunde der Stadt Gera und die Retter-Medaille des Landes erhalten. Die beiden Mittäter im Alter von 19 und 21 Jahren aus dem Iran und Afghanistan bekamen Bewährungsstrafen von einem Jahr sowie einem Jahr und drei Monaten.

Trotz Schuld: Prozess wird neu aufgerollt

Laut Bundesgerichtshof war der Schuldspruch des Landgerichts Gera berechtigt. Wie der BGH allerdings am Dienstag in Karlsruhe mitteilte, hält der Strafausspruch einer rechtlichen Nachprüfung nicht stand.

Die Sache muss jetzt neu verhandelt werden. Das BGH bestätigte noch einmal, dass der Angeklagte schuldig ist. Er wies aber darauf hin, dass das Landgericht zu der Frage, ob der Angeklagte im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit gehandelt hat, zwei Sachverständige angehört, aber nur die Überlegungen eines Sachverständigen in den Urteilsgründen erwähnt hatte.

Blutalkohol entscheidend

Für die neue Hauptverhandlung wies der Senat ebenfalls darauf hin, dass der Blutalkohol des Angeklagten klar definiert werden müsse. Auch werde bei der Beurteilung des Tatverhaltens eine mögliche Alkoholgewöhnung zu erörtern sein. Der Angeklagte sei bereits im Jahr 2017 in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wegen seines zunehmenden Alkohol- und Cannabiskonsums in Behandlung gewesen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 03. August 2021 | 19:00 Uhr

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