Covid-19 Wald-Klinikum Gera: Mehr als 80 Patienten auf Covid-Station

Am SRH Wald-Klinikum in Gera werden deutlich mehr Covid-19-Patienten behandelt als im Frühjahr. Um sie auch auf der Intensivstation optimal betreuen zu können, wird Personal aus anderen Bereichen zusätzlich eingesetzt.

Auf der Intensivstation des SRH Wald-Klinikums in Gera herrscht am Mittwoch reges und professionelles, aber kein hektisches Treiben. Seit Beginn der Corona-Pandemie werden dort auch Patienten behandelt, die an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Virus leiden.

"Inzwischen sind wir im kritischen Bereich", sagt Oberarzt Bernd Reichmann. Die Zahl derjenigen, die intensivmedizinisch behandelt und zum Teil künstlich beatmet werden, verändere sich permanent. Es seien auch schon Patienten mit oder an einer Erkrankung mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben, sagte Reichmann, ohne Zahlen zu nennen.

In Gera werden Menschen aus dem gesamten Ostthüringer Raum aufgenommen. Wie sich die Lage weiter entwickeln werde, dazu wollte der Oberarzt keine Prognose abgegeben. Die dynamische Entwicklung bei den Corona-Infektionen in Thüringen spiegele sich im Krankenhausalltag wieder. Noch deutet nichts darauf hin, dass sich die Situation im Land demnächst entspannen könnte.

Mehr als 80 Covid-19-Patienten am Walkdklinikum Gera

Am Waldklinikum in Gera waren es an den vergangenen Tagen immer mehr als 80 Patienten, die mit Covid-19 behandelt wurden. Nicht alle müssen auf die Intensivstation, der größte Teil wird in einer extra eingerichteten Covid-19-Station untergebracht. Auf der Covid-Intensivstation stehen im Regelfall zehn Betten zur Verfügung.

"Wir können aber bei Bedarf flexibel reagieren und zusätzliche Betten bereitstellen", sagt Kliniksprecherin Katrin Wiesner. Um dem gewachsenen Bedarf an Personal für die Covid-Behandlung gerecht werden zu können, wurden einige planbare Operationen im Klinikum verschoben. Schon dadurch wurde automatisch etwas mehr Platz auf der Intensivstation des Hauses frei. Die Beschäftigten, die sonst im Operationssaal arbeiteten, seien alle intensivmedizinisch ausgebildet und könnten deshalb dort eingesetzt werden, sagt Wiesner.

Andere Krankheitsverläufe als bei Grippevirus-Infektion

Was die Situation derzeit noch einmal verschärft ist die Tatsache, dass die Corona-Patienten auf der Intensivstation in der Regel länger betreut werden müssen als andere. So müssten sie bei Bedarf zum Beispiel zwischen sieben und 14 Tagen beatmet werden, erklärt Reichmann. Bei einer durch normale Grippeviren ausgelösten Lungenentzündung verlaufe die Erholung viel schneller als bei einer durch das neuartige Corona-Virus verursachten Pneumonie.

Seit Beginn der Pandemie sind am SRH Wald-Klinikum bisher rund 500 Corona-Patienten aufgenommen worden. Allerdings hat sich das Geschehen nach Wiesners Angaben zuletzt deutlich beschleunigt. Inzwischen würden doppelt so viele Covid-19-Patienten behandelt wie in der ersten Welle. Auch in Gera setzt man die Hoffnung mit darauf, dass es bald Impfungen gegen das Virus geben könnte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Normalbuerger vor 44 Wochen

Lieber MDR, da haben Sie völlig recht. Es wird fast ausschließlich darüber berichtet wie viele Menschen am Coronavirus (COVID 19) versterben . Komischerweise wird aber nicht berichtet , dass zwischen 90 uns 95 Prozent der über 70 Jährigen diesen Virus sehr gut überwindet. So bekommt man leider den Eindruck, dass jeder Ältere , wenn er das Virus in sich trägt, sterben wird ! Und da sind wir bei der bewussten Manipulation der Bevölkerung. Schlechte Nachrichten werden dramatisch aufgebauscht und medienwirksam mit Angst und Panikmache in Szene gesetzt. Der Gipfel dieser Berichterstattung war die angebliche Triage in Zittau. Aber gute Nachrichten gibt es nicht bzw. werden verschwiegen! Mal zu sagen, dass über 99,8 Prozent der bis 69 Jährigen und 94,5 Prozent der über 70 jährigen diese Erkrankung überstehen , das wäre doch mal eine mutmachende Nachricht. Leider schließt sich auch der MDR dieser einseitigen Berichterstattung an !

Grinch vor 44 Wochen

Vielleicht weil man sich zu viel damit beschäftigt die Verstorbenen in den Medien Kund zu geben? Da vergessen die Krankenhäuser, Mediziner und die so plötzlich seit April sprießenden Virologen vielleicht dass man eventuell auch Therapiemaßnahmen für Erkrankte entwickeln könnte. oder vielleicht hofft man ja das mit der impfe das Coronavirus dann plötzlich verschwindet? Was es ja natürlich nicht wird. Denn es gibt ja den Virus bereits schon seit den 60er Jahren und das wird es auch weiterhin geben. Es wird halt jährlich dann wie bei einer Influenza auch, neu geimpft werden müssen mit einem neu entwickelten Impfstoff da ja wie jeder mal der in Biologie aufgepasst hat, Viren sich immer weiterentwickeln manche in die positive Richtung manche in eine negative Richtung das ist immer unterschiedlich. im Jahre 2017/2018 scheinen sich die Influenzaviren ja auch in eine eher negative Richtung entwickelt zu haben. Wer weiß wer weiß 🤷

MDR-Team vor 44 Wochen

Hallo Herr Müller, danke für den Hinweis. Wir haben nochmal nachgefragt. Das Video ist schon etwas älter. Die Angaben im Artikel sind aktuell. Die Zahlen stammen von dpa. Mit freundlichen Grüßen

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