Tarifverhandlungen Warnstreiks in Ostthüringen: IG Metall will Druck auf Arbeitgeber erhöhen

Porträt-Collage MDR THÜRINGEN-Regionalreporter Andreas Dreißel
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

In Gera und Königsee haben am Freitagmorgen die Mitarbeiter in zwei Betrieben aus der Metallindustrie gestreikt. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft IG Metall vor dem Beginn der vierten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

In Gera und Königsee haben heute die Mitarbeiter in zwei Betrieben aus der Metallindustrie gestreikt. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft IG Metall vor dem Beginn der 4. Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen
Mitarbeiter der Frühschicht haben am Freitag gestreikt. Bildrechte: THÜRINGEN JOURNAL/MDR

Bei Kaeser Kompressoren in Gera und Widia Kennametal in Königsee (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) haben am Freitagmorgen zu Beginn der Frühschicht Mitarbeiter gestreikt. Wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilt, soll damit vor dem Beginn der vierten Verhandlungsrunde der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Laut Gewerkschaft IG Metall hat die Arbeitgeberseite bisher kein Angebot vorgelegt.

Die IG Metall fordert in den Verhandlungen vier Prozent mehr Lohn und Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung. Außerdem soll die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und Studenten im dualen Bildungsweg vertraglich geregelt werden.

In Gera und Königsee haben heute die Mitarbeiter in zwei Betrieben aus der Metallindustrie gestreikt. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft IG Metall vor dem Beginn der 4. Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen
Die Arbeiter fordern vier Prozent mehr Lohn und sichere Jobs. Bildrechte: THÜRINGEN JOURNAL/MDR

Falk Bindheim von der IG Metall sagte, die Mitarbeiter hätten im vergangenen Jahr auf tarifliche Leistungen verzichtet, um Beschäftigung am Standort zu halten. Später hätten sie mehr gearbeitet. Jetzt sei ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung gefragt - mit einem gutem Tarifabschluss.

Als Mehrarbeit abgefordert wurde, haben die Beschäftigten auch da die Zähne zusammengebissen. Jetzt wird es Zeit für einen guten Tarifabschluss!

Falk Bindheim, Sekretär IG Metall

Ein weiteres Ziel der Gewerkschaft ist, dass Löhne und Arbeitszeiten an die West-Tarife angeglichen werden. Bei Kaeser in Gera gilt die 38-Stunden-Woche. Die Mitarbeiter im Werk in Coburg arbeiten dagegen nur 35 Stunden.

In Gera und Königsee haben heute die Mitarbeiter in zwei Betrieben aus der Metallindustrie gestreikt. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft IG Metall vor dem Beginn der 4. Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen
Im Geraer Werk müssen die Mitarbeiter drei Stunden mehr arbeiten als im Werk in Coburg. Bildrechte: THÜRINGEN JOURNAL/MDR

Franziska Wolf, Bevollmächtigte der IG Metall, erklärte, die letzte Tarifsteigerung habe es 2018 gegeben. Sie weiß, dass die Automobilbranche vor großen Herausforderungen steht und kann sich deshalb vorstellen, dass ein Teil der Forderungen investiert wird, um Beschäftigung zu sichern.

Wir sehen, dass es in der Metall- und Elektrobranche große Unterschiede gibt. Deshalb können wir uns vorstellen, dass ein Teil unserer Forderung in Beschäftigungssicherung investiert wird.

Franziska Wolf, Bevollmächtigte der IG Metall

Forderungen der Arbeitgeber, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld künftig flexibel zu gestalten, erteilt die IG Metall eine Absage. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Corona-Pandemie für die Arbeitgeber als Ausrede zum Absenken der Tarife genutzt werden könnte.

Bei Kaeser Kompressoren in Gera stellen rund 400 Mitarbeiter Gebläse und Druckluft-Kältetrockner her. Der Werkzeughersteller Kennametal hatte im Frühjahr 2019 Teile der Produktion vom Standort Königsee nach Polen und China verlegt. Ende 2019 verloren rund 70 Mitarbeiter in Königsee ihre Jobs.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ifl

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. März 2021 | 19:00 Uhr

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