Abkommen unterzeichnet 24 Millionen Euro für Pflege des Wismut-Erbes

Für die Aufarbeitung der Geschichte des Bergbauunternehmens Wismut haben der Bund und die Länder Thüringen und Sachsen in Gera ein Verwaltungsabkommen unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie in den nächsten vier Jahren 24 Millionen Euro investieren. Damit soll das Erbe der Wismut für die Forschung und die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dafür soll eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet werden.

Mitarbeiter der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz (Sachsen) gehen vor dem Gemälde 'Bergparade' von Lutz Rudolph Ketscher vorüber.
Zum Erbe des Wismut-Bergbauunternehmens gehört auch eine Kunstsammlung mit über 4.000 Werken. Dazu gehört beispielsweise die "Bergparade" von Lutz Rudolph Ketscher. Bildrechte: dpa

Mehr als 30 Jahre nach dem Ende des Uran-Erz-Bergbaus in Thüringen und Sachsen soll die Wismut-Geschichte aufgearbeitet werden. Dazu haben der Bund und die beiden früheren Uran-Abbauländer am Freitag in Gera ein Verwaltungsabkommen unterzeichnet. Bereits im Jahr 2017 hatten sie sich darauf verständigt, das Erbe des Bergbauunternehmens für die Nachwelt zu bewahren.

Wismut-Erbe soll zugänglich werden

Gemeinsam wollen sie in den nächsten vier Jahren 24 Millionen Euro aufbringen, um das Erbe der Wismut für die Forschung und die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das vom Deutschen Bergbaumuseum in Bochum erstellte Wismut-Erbe-Konzept arbeitet diese Geschichte politisch und kulturell auf. Es geht unter anderem um über 100.000 historische Fotos, 20.000 Luftbilder und die Wismut-Kunstsammlung. Auch eine Million technische Zeichnungen und Sanierungsdokumentationen für Bergbauanlagen zählen zu den Beständen, die weiter nutzbar bleiben sollen.

Bergbauleute 30 min
Bergbauleute Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gesellschaftsgründung geplant

Nach Angaben der bundeseigenen Wismut GmbH soll für das Vorhaben noch dieses Jahr eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet werden, die später in eine Stiftung mündet. Sie soll den Umgang mit dem Wismut-Erbe koordinieren und als Ansprechpartner dienen. Außerdem sei angedacht, ihr künftig auch Materielles zu übertragen - etwa Teile des geologischen Archivs und die umfangreiche Kunstsammlung, während das Unternehmensarchiv ins Bundesarchiv übergeht. Dauerhaft präsentiert werden soll das Wismut-Erbe den Plänen nach an den beiden Hauptstandorten Ronneburg in Ostthüringen und Hartenstein im Erzgebirge.

Die Wismut hatte zu DDR-Zeiten im Auftrag der Sowjetunion Uran für Atomwaffen und Kernreaktoren abgebaut - mit wenig Rücksicht auf Umweltschäden und Gesundheit der Menschen. Der Uranabbau in Gruben und Tagebauen in Thüringen und Sachsen wurde am 31. Dezember 1990 eingestellt. Seit der Wiedervereinigung wurden diese Bergbau-Altlasten saniert. Dazu wurden mit Milliardenaufwand Gruben kontrolliert geflutet, Halden abgetragen und das Material verwahrt, ein gigantischer Tagebau verfüllt und Schlammseen aus der Uranaufbereitung saniert. Diese Kernsanierung soll 2028 abgeschlossen sein.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. September 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Sonnebergerin vor 6 Wochen

👍Aber für 7000 Tablets für die thüringer Schüler( die nur 5.250.000€ kosten) ist kein Geld da!!!! Wie will die Politik das den Bürgern noch vermitteln????

Freies Moria vor 6 Wochen

24 Mio. Euro sind ein fetter Batzen - davon hätte man 200 Lehrer für ein Jahr einstellen können - und die werden im nächsten Halbunterricht fehlen!

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