Pandemie Corona-Inzidenz in Thüringen steigt immer weiter

Thüringen ist nach wie vor deutschlandweiter Corona-Brennpunkt - zumindest was die Sieben-Tage-Inzidenz angeht. Der Wert liegt mittlerweile bei 180. Besonders heikel ist die Situation im Landkreis Greiz.

Greiz
Stadtansicht von Greiz: Der Landkreis ist deutschlandweiter Corona-Hotspot. Bildrechte: imago images / Werner Otto

Die Ausbreitung des Coronavirus in Thüringen schreitet rasant voran. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit Wochen unaufhörlich. Am Donnerstag lag sie bei 180 - das ist bundesweit der mit Abstand höchste Wert. Bei mehr als 7.500 Menschen wurde das Virus am Donnerstag aktiv nachgewiesen. Das sind gut 600 mehr als am Mittwoch und rund 1.760 mehr als vor zwei Wochen. 13 weitere Thüringer sind an oder mit dem Virus gestorben.

Besonders dramatisch ist die Situation im Landkreis Greiz, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 538 lag. Im SRH-Waldklinikum Gera wurden am Donnerstag 14 Corona-Patienten aus dem Kreis Greiz behandelt. Zwei davon liegen auf der speziellen Corona-Intensiv-Station. Das SRH Waldklinikum ist ein sogenanntes Level-1-Krankenhaus bei der Corona-Therapie.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) nannte die Entwicklung der Infektionszahlen in der Region "besorgniserregend". Erst auf Druck von Werners Ministerium ergriff der Landkreis Greiz am Mittwoch weiterreichende Corona-Maßnahmen wie das Verhängen einer Ausgangsbeschränkung. Bewohner der Region dürfen nur noch aus triftigen Gründen ihre Wohnungen verlassen. Die schärferen Regeln gelten bis zum 31. März.

Schweinsburg ignoriert Aufforderung vom Land

Wie aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums vom Montag hervorgeht, wurde die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) bereits am Samstag schriftlich aufgefordert, strengere Maßnahmen zu ergreifen, um die Pandemie in der Region einzudämmen. Dem war sie zunächst nicht gefolgt.

Erst als Staatssekretärin Ines Feierabend mit dem Einbeziehen des Landesverwaltungsamtes und dienstrechtlichen Konsequenzen drohte, reagierte der Landkreis und veröffentlichte die entsprechende Allgemeinverfügung. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke Medien Thüringen darüber berichtet.

Landrätin: Hohe Zahlen wegen Tests

Schweinsburg führt die hohen Infektionszahlen in ihrem Landkreis auf viele zusätzliche Tests zurück. Die CDU-Politikerin sagte MDR AKTUELL, im Gegensatz zu den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts habe man alle Kontaktpersonen von Infizierten getestet, auch solche ohne Symptome. Innerhalb eines Monats seien 935 Tests vorgenommen worden. Ein Drittel davon sei positiv ausgefallen. Schweinsburg forderte die Landesregierung auf, die Priorisierung in ihrem Landkreis aufzuheben und alle Erwachsenen zu impfen.

Im Kreis Greiz sind weiterhin Testbusse unterwegs, in denen sich Freiwillige kostenlos und ohne Anmeldungen testen lassen können. Am Freitag machen sie Halt in Hohenleuben, Hohenölsen und Berga. Zusätzlich ist am Freitag von 10 bis 16 Uhr in der Eissporthalle Greiz ein Zentrum für kostenfreie Corona-Tests geplant.

Quelle: MDR/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. März 2021 | 20:00 Uhr

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