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Die Aubachtaler Kirche in Greiz soll am Sonntag entwidmet werden. Sie wird bereits seit 2016 nicht mehr für Gottesdienste genutzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Entwidmung der Aubachtaler Kirche

Kirche tritt Moschee-Gerüchten in Greiz entgegen

von MDR THÜRINGEN

Stand: 17. Juni 2021, 15:25 Uhr

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland weist Gerüchte zurück, die Aubachtaler Kirche in Greiz solle zu einer muslimischen Gebetsstätte werden. Es gebe bisher weder Kaufinteressenten noch andere Nutzungspläne. Die Kirche soll am Sonntag mit einem Gottesdienst entwidmet und danach zum Verkauf angeboten werden.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat anonym geäußerte Vorwürfe zu der für Sonntag geplanten Entwidmung einer Kirche in Greiz zurückgewiesen. In Flugblättern sei das Gerücht gestreut worden, die Kirche solle zu einer muslimischen Gebetsstätte werden, teilte die EKM am Donnerstag in Erfurt mit. Es gebe aber weder muslimische Kaufinteressenten noch Pläne zum Einrichten einer Moschee.

Laut Mitteilung des Gemeindekirchenrates Greiz ist eine ausschließlich kulturelle Nutzung der Kirche gewünscht, der Verkauf sei noch komplett offen.

Die EKM äußerte sich auch zu Vorwürfen aus den Reihen der AfD, die Evangelische Kirche entferne sich mit dem geplanten Verkauf noch weiter von den Menschen und sei zum verlängerten Arm der Regierung und zum Komplizen der Antifa geworden. Die Vorwürfe "eines AfD-Politikers" seien "völlig absurd", heißt es von der EKM. Sie reagiert damit auf eine Pressemitteilung des Geraer AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner.

Aubachtaler Kirche soll am Sonntag entwidmet werden

Die Kirche im Greizer Ortsteil Aubachtal soll am Sonntag mit einem Gottesdienst entwidmet und danach zum Verkauf angeboten werden. Sie werde seit 2016 nicht mehr für Gottesdienste genutzt, so die EKM. Zudem sei ihr Bauzustand so, dass es der Kirchengemeinde Greiz nicht möglich sei, sie dauerhaft zu erhalten. "Findet sich keine andere Lösung, suchen wir lieber eine sinnvolle und der Öffentlichkeit dienliche Nachnutzung, anstatt eine Kirche verfallen zu lassen und konzentrieren die Kapazitäten auf die Arbeit mit den Menschen", erklärte Pröpstin Friederike Spengler, Regionalbischöfin der EKM. "Bei uns stehen Menschen im Mittelpunkt und nicht Steine."

Pröbstin: Religionen nicht gegeneinander ausspielen

In einer Pressemitteilung der EKM vom Donnerstag verwahrte Spengler sich dagegen, Religionen gegeneinander auszuspielen. Frieden hänge auch davon ab, wie Religionen miteinander umgingen. Die EKM wolle den Dialog - auch mit Menschen muslimischen Glaubens. "Die Garantie der Religionsfreiheit in unserem Land ist ein hohes Gut. Dazu gehört selbstredend, dass alle ihre Religion ausüben dürfen", so die Regionalbischöfin.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/the/fno

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. Juni 2021 | 12:00 Uhr

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