Ausstellung Überraschendes auf der Osterburg Weida in Thüringen

Noch sind hier die Handwerker aktiv, doch schon in wenigen Wochen sollen die Besucher in die digitale Welt entführt werden. Und die wartet mit vielen Überraschungen. Kurz gesagt: Die Digitalisierung ist keine Erfindung unserer Tage. Wenn alles klappt, können die Besucher hier ab dem 26. März auf Entdeckungsreise gehen.

Das Gröbste ist geschafft. In der alten Remise der Osterburg wurden Wände aufgearbeitet, Fenster getauscht und Türen erneuert. Noch sind die Maler aktiv, doch in wenigen Tagen können die Mitarbeiter mit dem Aufbau der Jahresausstellung beginnen - in der Hoffnung, dass Museen bald wieder öffnen dürfen. Die Besucher gehen dann im Wissensschloss  auf eine Reise in die Welt der Digitalisierung - und die birgt durchaus Überraschungen.

Ein Mann macht Handwerksarbeiten.
Arbeiten im Ausstellungsraum Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Digitalisierung ist ja keine Erfindung unserer Tage. Im Wortsinn heißt Digitalisierung ja "mit den Fingern zählen" - gezählt werden musste aber auch schon bei Alexander dem Großen.

Dr. Heike Karg Museum Osterburg Weida

Ganz so weit geht die Ausstellung nicht zurück. Sie taucht ein in die Welt der Webereien, des 19. Jahrhunderts, als die Muster erstmals auf Millimeterpapier gezeichnet wurden. Die Vorlagen übertrug man auf gelochte Papierbänder. Sie gaben dem Webstuhl vor, welche Farbe an der Reihe war. Die Zeichner waren hoch angesehen, denn von ihrer Arbeit hing ab, in welcher Qualität die Stoffe vom Webstuhl kamen. Die Muster konnten sich die Kunden wie aus dem Katalog bestellen. Über 100 dieser "Musterbücher" sind in Weida in einer Privatsammlung erhalten.

Das war eine unheimliche Erleichterung in der Weberei - digital, wirtschaftlich und in der Umsetzung der neuen Technologie hochinteressant.

Dr. Heike Karg Museum Osterburg Weida

Dem digitalen Prinzip der "Nullen und Einsen" folgen auch historische Spieluhren, die in der Ausstellung zu finden sein werden. Auch sie haben eine erstaunliche Entwicklung genommen. Wurden die Melodien zunächst von den Nadeln auf den klassischen Walzen erzeugt, entstanden nach der Wende zum 20. Jahrhundert bald neue, günstigere Systeme. Runde Schablonen aus Papier oder Metall sorgten fortan für Musik.

Eine historische Spieluhr mit Stimmwalze.
Historische Spieluhr Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Von Lochkarten zum Computer

Nach ersten 1-Bit-Relais entstanden schon bald die ersten Magnetspeicher. In der Ausstellung finden die Besucher auch Lochbänder, mit denen in den 70-er Jahren vor allem Datenbestände verwaltet wurden. Viele Ausstellungsstücke stammen aus der Dualen Hochschule Gera-Eisenach.

 Die Kollegen bringen immer mal wieder besondere Stücke mit. An den Exponaten kann man sehr gut sehen, welch rasante Entwicklung die Digitalisierung in den wenigen Jahrzehnten genommen hat.

Prof. Jürgen Müller Duale Hochschule Gera-Eisenach

Gut zu erkennen auch an der gedruckten Ausgabe eines Internet-Adressbuches von 2003, das Jürgen Müller mit einem Augenzwinkern präsentiert. Heute würde ein solches Druckwerk vermutlich ganze Gebäude füllen.

Ein Buch mit der Aufschrift Internet-Adressbuch 03.
Ein Internet-Adressbuch Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Ab dem 26. März soll die Ausstellung "Digital - auf den Punkt gebracht" die Besucher auf der Osterburg begeistern. Auch Mitmach-Angebote soll es dann geben. In den nächsten Wochen gibt es also für die Museums-Macher noch jede Menge Arbeit.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. März 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Ernst678 vor 5 Wochen

Das finde ich ausgesprochen gut und lehrreich, Daumen hoch. Doch eine Sache wird wohl querschießen, Merkels Lockdownwahn, testen immer, öffnen nimmer!

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