Bauwirtschaft Neues Werk für Steinwolle entsteht im Kreis Greiz

Der Bauboom hat sich in Thüringen im ersten Halbjahr abgeschwächt, trotzdem ist auf vielen Baustellen noch immer Material knapp. Auch Dämm-Material wird dringend gebraucht. In Ronneburg (Kreis Greiz) entsteht jetzt dort, wo früher die Abraumhalden der Wismut waren, ein neues Werk für Steinwolle.

Das neue Werk für Steinwolle in Ronneburg.
Das neue Werk für Steinwolle in Ronneburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf dem Gelände der neuen Halle fahren Kräne, Gabelstapler und Baufahrzeuge umher, Monteure arbeiten an allen Ecken und Enden. Hier im Gewerbegebiet Ronneburg-Süd baut der Dämmstoff-Hersteller Bachl für 50 Millionen Euro eine neue Produktionshalle. Ab nächstem Frühjahr will er von hier aus die Baustoffhändler mit Steinwolle beliefern - zum Dämmen von Dächern und Fassaden.

Seit 70 Jahren hat es keiner mehr in Deutschland geschafft, dieses Produkt neu auf den Markt zu bringen. Die Schwierigkeit liegt in der Zertifizierung.

Cornelius Riehle, Werkleiter bei Bachl in Ronneburg

Die Steinwolle darf nicht gesundheitsschädlich sein, daher müssen alle Rohstoffe richtig dosiert werden. Am Ende des Prozesses muss die Wolle aus biolöslichen Fasern bestehen.

Neugebautes Werk 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 02.09.2021 19:00Uhr 02:05 min

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Rohstoffe werden bei 1.500 Grad geschmolzen

Herzstück der neuen Anlage ist ein 24 Meter hohes Ofenhaus. Dort werden verschiedene Gesteine wie Basalt, Dolomit und Diabas bei 1.500 Grad Celsius eingeschmolzen. Die glühende Lava fließt auf ein sogenanntes Spinnrad, wird verwirbelt und dann mit einem Bindemittel versetzt. Dabei entsteht ein Vlies.

Ein 24 Meter hohes Ofenhaus.
Hier entsteht das Herzstück des Werkes, das 24 Meter hohe Ofenhaus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In einem Härteofen bekommt die Steinwolle dann ihre Stabilität. Zum Schluss wird die Wolle noch auf das richtige Maß zugeschnitten und verpackt. Abschnitte und Produktionsreste werden aber nicht entsorgt, sondern in einem Kreislauf wieder neu in den Prozess eingeführt. Abfälle gibt es nicht. Auch die Ofenwärme wird im Unternehmen weiter genutzt. Sie hilft, Hallen und Büros zu heizen.

Die fertige Steinwolle wird in der Bauwirtschaft gebraucht. Sie ist nicht brennbar und deshalb ein wichtiger Bestandteil des Brandschutzes von Gebäuden. Deshalb ist Werks-Chef Cornelius Riehle optimistisch, dass trotz Umsatzrückgang in der Baubranche im ersten Halbjahr das neue Werk gut ausgelastet sein wird.

Das Produkt Steinwolle ist sehr rar. Und das ist gut für unseren Start im Frühjahr. Die Dämmung wird im Bauen immer wichtiger.

Cornelius Riehle, Werkleiter bei Bachl in Ronneburg

Ein Problem ist der Fachkräftemangel

Ein Problem ist für das Unternehmen die Fachkräftesituation. Bachl braucht nicht nur Produktionsarbeiter, sondern auch Elektriker, Schlosser und Ofenfahrer.

Cornelius Riehle, Werkleiter bei Bachl in Ronneburg
Cornelius Riehle, Werkleiter bei Bachl in Ronneburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das sind unsere Spezialisten. Sie müssen permanent die Temperatur überwachen, die Chemie im Ofen und die Zusammensetzung der Rohstoffe.

Cornelius Riehle, Werkleiter bei Bachl in Ronneburg

100 neue Jobs in Ronneburg

100 neue Mitarbeiter will Bachl für sein neues Werk einstellen. Auch nebenan, wo seit 30 Jahren Dämmplatten hergestellt werden, sind noch Stellen frei. Auf dem Hof auch hier: Gabelstapler und Lkw, die gerade beladen werden. Die Nachfrage nach den Produkten aus Ronneburg ist ungebrochen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. September 2021 | 19:00 Uhr

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