Eröffnung Buga-Außenstandort Jena: Blumengrüße nach Erfurt

Am Freitag öffnet die Buga, die Bundesgartenschau, in Erfurt ihre Tore. Aber die Buga ist nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern auch in mehr als zwei Dutzend weiteren Städten und Parks hierzulande. Einer dieser sogenannten Außenstandorte ist Jena. Und dort hat blickt man vom Wasser auf die Buga. Im Mittelpunkt steht nämlich die Saale.

Die kleine Bastion mit Steinen aus der alten Camsdorfer Brücke
Die kleine Bastion mit Steinen aus der alten Camsdorfer Brücke. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Die Eröffnung des Jenaer Außenstandorts der Buga muss nur mit einer Handvoll Gäste vorlieb nehmen. Pandemiebedingt fällt das große Fest aus. Am Eingang zur Landfeste halten Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) und Stadtplanerin Anya Schwamberger kurze Reden.

Dann ist es auch schon wieder vorbei. Hinter den beiden erstreckt sich die Landfeste. Der kleine renovierte Park steht sinnbildlich für den Jenaer Beitrag zur Erfurter Bundesgartenschau. Nach nun einem halben Jahr ist aus dem vernachlässigten Stückchen Grün zwischen Paradies- und Camsdorfer Brücke ein richtiges Kleinod geworden.

Buga-Standort am Saaleufer

An letzterer, der nach Wenigenjena führenden Camsdorfer Brücke, steht zur Eröffnung ein mit Blumen geschmücktes Boot, ein weiteres am anderen Ende des Parks. Ein Verweis auf das Florale der Buga, die zwei Städte Jena und Erfurt, aber vor allem den Fluss.

Blumenboot Landfeste Jena
Das Blumenboot kündet vom Buga-Außenstandort in Jena. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Denn der eigentliche Außenstandort ist hier nicht einziger Park oder Großgarten wie in anderen Regionen des Landes, sondern die Saale und ihre Ufer. Oder wie Thomas Nitzsche zur Eröffnung sinniert: "Der Fluss soll sichtbar und erlebbar gemacht werden."

Wie eine Blumenkette ziehen sich zig kleine und große Parks und neu gestaltete Uferbereiche an der Saale entlang: vom Volkspark Oberaue bis hinunter zum Saalebogen in Göschwitz. Gemeinsam ergeben sie den Buga-Außenstandort Jena, durch den sich die Saale als Naherholungsraum schlängelt.

Inlandtourismus in Pandemiezeiten

Für Carsten Müller, den stellvertretenden Werkleiter von JenaKultur, ergeben sich dadurch auch und gerade in Pandemiezeiten besondere Möglichkeiten für Ausflügler: "In diesem Jahr wird Inlandstourismus in Thüringen eine große Rolle spielen, aber auch das Thema Aktivtourismus. Das können wir hier gut zeigen. Auf dem Wasser, am Wasser, aber auch auf den Bergen um Jena herum."

Alte Steine erzählen Geschichten

Mit Boot oder Fahrrad lassen sich dann auch der neue Saalebogen im Süden oder die Kunitzer Hausbrücke im Norden erkunden. Spannend im Landfeste-Park sind die historischen Steine, die in die kleine Bastion eingebracht sind. Sie stammen von der alten Camsdorfer Brücke - und erzählen Geschichten.

In einen der Steine ist das Bild eine Holzkiepe geschlagen: sie erzählt von einer Markthändlerin, die sich seinerzeit mit ihrer schweren Kiepe auf das Brückengeländer lehnte. Doch die Kiepe war schwer und riss die Frau mit in den Fluss. Neben solchen makabren Anekdoten findet sich auch eine Markierung für die historische Gemarkungsgrenze zwischen Jena und Wenigenjena auf den Steinen der kleinen Bastion.

Die neuen Lacheterrassen
Die neuen Lacheterrassen in Jena. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Denn im Grunde ist die Saale hier friedlich. Sie bildet ein beruhigendes Panorama - zu genießen von den neuen Lacheterassen. Von der Sitzgruppe aus Beton haben die Besucher einen fast schon kinematografisch anmutenden Blick auf den Fluss.

Stadtplanerin Anya Schwamberger ist seit Jahren mit dem Stadtentwicklungsprojekt befasst, aus dem sich auch der Rahmenplan Saale speist. Der Außenstandort nimmt zentrale Gedanken davon auf, sagt sie. Dazu gehört auch, Bestehendes zu ertüchtigen und mit neuen Aspekten zu versehen. Wie eben die Lacheterassen auf der bislang vernachlässigen Landfeste: "Hier gab es tatsächlich vorher gar nichts. Hier war nur Brombeerhecke, die in Teilen noch zu sehen ist. Und hier haben wir an der Stelle tatsächlich etwas ganz neues geschaffen."

Landfeste in Jena 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 16.03.2021 19:00Uhr 01:57 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. April 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Mr. Nobody vor 2 Wochen

Für die Jenaer ist die neue Landfeste als Verbindung zwischen Camsdorfer Brücke und Paradies / Oberaue ganz nett und wird auch rege genutzt, aber - da hat Ritter Runkel Recht - das hätte man auch preiswerter und mit weniger Beton und Asphalt erreichen können. Für Touristen ist es völlig bedeutungslos, die kommen ganz sicher nicht nach Jena, um an der Saale spazieren zu gehen.

Ritter Runkel vor 2 Wochen

Mit was sollte man den Inlandstouristen in Pandemiezeiten denn nach Jena locken?
Wie ich finde, gibt es hier wenig, was sich im Unterschied zu Jenas Umgebung zu sehen lohnt.
Im Übrigen tun Jenas Stadtoberen ein Übriges, dass Jena immer unattraktiver wird.

Ritter Runkel vor 2 Wochen

Was Landschaftsarchitekten alles so anrichten, Brombeeren kann man wenigstens noch essen, aber was soll dieser Albtraum in Stein und Beton?!

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