Höhere Kosten und weniger Förderung Jenaer Leichtathletikstadion wird deutlich teurer

Die Kostenexplosion am Bau verschont auch die neue Leichtathletikanlage in Jena nicht. Rund zwei Millionen Euro mehr muss die Stadt dafür ausgeben. Bald sollen Rasen, Laufbahn, Tribüne und weitere Anlagen nutzbar sein.

Luftbild des Leichtathletikstadions im Bau ohne Rasen und Tartanbahn
Flutlicht, Rasen und Tartanbahn fehlen noch im neuen Stadion in Jena - laut Plan aber nicht mehr lange. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Das neue Jenaer Leichtathletikstadion kommt die Stadt fast zwei Millionen Euro teurer als geplant. Als Gründe dafür nannte Sportdezernent Benjamin Koppe (CDU) gestiegene Bau- und Materialkosten sowie weniger Fördermittel des Landes als ursprünglich eingeplant. Laut Koppe belaufen sich die Kosten für das Stadion, das derzeit entsteht, auf insgesamt 7,2 Millionen Euro, gut fünf Millionen Euro davon muss die Stadt tragen.

Stadion auch für Universität und Sportgymnasium

Dafür bekomme sie aber eine wettkampftaugliche Anlage, die künftig auch Universität und Sportgymnasium nutzen könnten. Ende Juni soll ein großer Teil der Anlage fertig sein. Die Tribüne mit 500 Sitzplätzen ist errichtet, noch vor Ostern sollen die acht Fluchtlichtmasten stehen.

Um das große Naturrasen-Spielfeld herum werde danach der Tartanboden aufgetragen, sagte Projektleiterin Danuta Bensch vom Bauherrn Kommunale Immobilien Jena (KIJ). Nach dem Abriss einer alten Baracke hinter der Tribüne kann dort im Herbst der Bau eines neuen Funktionsgebäudes mit Umkleide-, Sanitär- und Lagerräumen sowie einem großen Sportraum beginnen.

Auch 41 Pkw-Stellplätze und 70 Fahrradständer sind geplant. In zwei Jahren soll die komplette Anlage fertig sein. Die neue Leichtathletikanlage befindet sich zwischen dem Institut für Sportwissenschaft der Uni Jena und dem Sportgymnasium. Die ehemalige Sportanlage dort war zurückgebaut worden.

Illustration: Das neue Fußballstadion in Jena
Großprojekt in der Nachbarschaft: Das neue Fußball-Stadion in Jena. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Parallel zum Neubau des Leichtathletikstadions läuft der Umbau des Ernst-Abbe-Sportfelds zur reinen Fußballarena, so wie es ein Beschluss des Jenaer Stadtrats aus dem Jahr 2015 vorsieht.

MDR (csr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. März 2022 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

USc vor 13 Wochen

Ich kann Sigrun nur zustimmen. Zu den Kosten: Die Stadt Jena leistet sich außerdem noch einen Neubau für das Bürgeramt und die Ernst-Abbe-Bücherei, Gesamtkosten von 37 Millionen Euro, und ein neues Fußballstadion (für einen Regionalliga-Verein!) für mehr als 50 Millionen Euro. Da wird das wohl nicht die letzte Meldung über gestiegene Baukosten gewesen sein. Und für all diese teuren Projekte ist offenbar Geld da, obwohl die Stadt eigentlich kein Geld mehr hat - ich erinnere nur an Haushaltssperre und Haushaltssicherungskonzept.

Sigrun vor 13 Wochen

Leichtathletikstadium möchte mensch das nicht nennen, bei 500 Plätzen für Zuschauende ist es wohl mehr ein besserer Sportplatz als ein Stadium. Wie konnte die Stadt Jena ihre einstige Größe in der Leichtathletik auf solch ein geringes Maß herabfahren?

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