Veranstaltungen Napoleon erobert das Zeiss-Planetarium Jena

Im Zeiss-Planetarium Jena feiert der 360-Grad-Film "Napoleon und die Sterne seiner Zeit" am Donnerstag Premiere. An diesem Tag jährt sich die Schlacht von Jena und Auerstedt zum 215. Mal. Die technisch aufwendige Filmproduktion macht das historische Ereignis und seine Folgen neu erlebbar. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in und um Jena, die die Besucher auch selbst entdecken können.

Ein Junge steht vor vier Männern in Unformen.
Napoleon auf dem Schlachtfeld bei Jena - im Vordergrund der kleine Gerome auf Zeitreise, der durch Napoleons Fernrohr schaut. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Napoleon, der Kaiser der Franzosen, reitet auf seinem Weg durch die Weltgeschichte auch durch Jena. Im Oktober 1806 kommt es unweit des kleinen Universitätsstädtchens mit damals etwa 5.000 Einwohnern zur großen Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt.

Mit dem Sieg seiner französischen Truppen über die zahlenmäßig überlegene preußisch-sächsische Armee sichert sich Napoleon endgültig die Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent. Vor diesem spannenden historischen Hintergrund erzählt Andreas Arnstedt die Geschichte um die Schlacht und ihre Folgen an der Planetariumskuppel neu.

Der Zuschauer ist mitten im Geschehen

"So ein Stoff ist ein Glücksfall für einen Regisseur", sagt der 52-jährige, in Dornburg aufgewachsene Arnstedt. Normalerweise denke er für einen Spielfilm in 2D und nicht in 3D. So sei diese 360-Grad-Ganzkuppel-Projektion für ihn und das Team eine große Herausforderung gewesen. Inszenierte Bilder, ganze Schlacht-Szenerien haben sie mit spezieller FullDome-Technik gedreht.

Dazu kommen effektvolle Animationen, ein treibender musikalischer Sound und die Stimme von Schauspieler Mathieu Carriére als Sprecher aus dem Off. So fühlt sich der Zuschauer mittendrin im Geschehen, bekommt einen ganz anderen Blick auf die Geschichte.

Französische Soldaten ziehen in die Schlacht von Jena und Auerstedt
Schlacht vom Oktober 1806 als 360-Grad-Filmproduktion an der Planetariumskuppel. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Film erzählt von den "Stars" seiner Zeit

Sie beginnt mit einem fast märchenhaften Einstieg. Ein Großvater sitzt mit seinem Enkel auf dem ehemaligen Schlachtfeld bei Jena - mit dem Napoleonstein im Hintergrund. Beim Beobachten des nächtlichen Sternenhimmels entdecken sie einen kleinen Meteoriten. Er landet unweit von ihnen auf der Erde. Der kleine Gerome ergreift die leuchtende Kugel und begibt sich auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 1806.

Eingebettet in diesen Rahmen erzählt der Film von Napoleon und den "Stars", den Sternen seiner Zeit, die sich damals in Jena tummelten. Vom jungen Hegel, dem Frühromantikerkreis um Fichte, Schlegel und Hölderlin - bis hin zu Goethe im nahen Weimar. Schillers Gartenhaus in Jena, das Romantikerhaus, das einstige Schlachtfeld und die kleinen Dörfer rundum - alles Originalschauplätze der Geschichte, die der Zuschauer nach dem Planetariumsbesuch selbst entdecken kann.

Idee zum Projekt wurde 2006 geboren

Einen wichtigen Baustein für das Tourismusmarketing der Stadt, nennt Carsten Müller, stellvertretender Leiter von JenaKultur, die neue 360-Grad-Produktion. Mit dem Zeiss-Planetarium, dem größten Touristenmagnet der Stadt, sei der richtige Partner gefunden. Auch Schulklassen, nicht nur aus Jena, könnten hier eine spannende Geschichtsstunde erleben.

Ein Mann in einer alten Uniform steht vor einem Restaurant in Jena.
Napoleon vor dem historischen Gasthaus "Grüne Tanne", wo 1815 die Urburschenschaft gegründet wurde.  Bildrechte: MDR/Anke Preller

Die Idee zum Projekt wurde bereits im Oktober 2006 geboren, als anlässlich des 200. Jahrestages der historischen Schlacht das Geschehen an originalem Ort nachgestellt wurde, erinnert sich Margret Franz. Die ehemalige JenaKultur-Chefin hält, im Auftrag der Stadt, die Kontakte zu den europäischen Napoleon-Städten und hat sich auch um die Finanzierung des Projektes mit bemüht. Dank Beteiligung der Thüringer Aufbaubank konnte die Produktion vor zwei Jahren endlich beginnen.

Zur Filmpremiere am 14. Oktober hat sich auch Charles Bonaparte angekündigt. Er ist der Ururenkel von Jérome Bonaparte, dem jüngsten Bruder von Napoleon. Auf seine Initiative ist 2004 der Europäische Verbund der Napoleonstädte gegründet worden, dem auch Jena angehört.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: Regionalnachrichten | 11. Oktober 2021 | 17:30 Uhr

1 Kommentar

Jedimeister Joda vor 7 Wochen

Was soll man davon halten? Militarismus ganz weit vorne? Soll der kleine N. geehrt werden? Was ist denn mit den anderen Militaristen? Da könnte man auf die Idee kommen die auch zu ehren. Ich glaube ein ganz heißes Eisen, auch wenn es über 200 Jahre her ist. Oder sollte man über die Römer was machen? Letztlich haben alle Krieg geführt und für kleine Leute war es immer eine Katastrophe. Denkt mal drüber nach! Joda Dagobasystem

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